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Sprichwörter und Redensarten

Ein Brett vor dem Kopf haben

Im Mittelalter war jemand mit einem "Brett vor dem Kopf" nicht immer begriffsstutzig. Es gehörte dies vielmehr zur Arbeitskleidung der Schmiede, welche sich zum Schutz vor Funkenflug eine Art Schutzvorrichtung vor die Augen banden, welche meist aus einem Holzbrett bestand. Erst als der Beruf der Handwerker im aufkommenden Industriezeitalter abgewertet wurde, war das Brett vor dem Kopf das Synonym für mindere Intelligenz.




Auf dem hohen Ross sitzen

Im Mittelalter konnte es sich nur der Adel- und Fürstenstand leisten als Ritter in den Krieg zu ziehen. Die Bauern und das Gesinde bildeten das Fußvolk. Wer also zu Pferd, d.h. hoch zu Ross unterwegs war, war immer der Befehlshaber, zu dem das niedere Volk nur aufschauen konnte.




Jemand einen Korb geben

Im Mittelalter wurden Lebensmittel und andere Verkehrsgüter meist mittels eines Korbes, der von den Burgzinnen herab gelassen wurde, ins Burginnere geholt. Dies wurde von vielen Männern ausgenutzt mittels dieses Transportmittels zu den Mägden oder Burgfräulein in die Burg zu gelangen. Im Mittelalter hatte diese Redewendung jedoch eine sehr viel konkretere Bedeutung. Da wurden Liebhaber manchmal in einem Korb zum Fenster des angebeteten Fräuleins hinaufgezogen. War das Fräulein dem Liebhaber jedoch nicht geneigt, soll es schon einmal vorgekommen sein, dass sie einen Korb mit einem brüchigen Boden hinunterließ, und der um sie werbende Freier die Abweisung recht schmerzhaft zu spüren bekam. Vor diesem Hintergrund lässt sich übrigens auch das Verb durchfallen verstehen.
Eine andere Variante der Abweisung bestand darin, den Korb mit dem Freier auf halber Höhe des Hauses "hängen zu lassen". Diese mittelalterlichen Bräuche waren im 17. Jh. bereits nicht mehr bekannt, so dass die Frauen dazu übergingen, unerwünschten Freiern nur noch symbolisch einen Korb ohne Boden zu überreichen.



Jemand dingfest machen

Dieser Begriff, welcher heute mit jemand verhaften gleichgesetzt wird, stammt aus dem germanischen Sprachgebrauch. Er bedeutete einen Angeklagten vor das "thing" (Gericht der germanischen Stämme) zu führen, um ihn dort aburteilen zu können.




Ein X für ein U vormachen

Hier ist zu bedenken, daß man im Mittelalter noch römische Zahlen schrieb und ein X für die Zahl 10 und ein V für die Zahl 5 stand. Im Schreibverkehr wurde das U als V geschrieben. Fügte man nun beim V die beiden unteren Striche hinzu, so entstand ein X, aus der Zahl 5 wurde die Zahl 10, man hatte also jemand ein X für ein U vorgemacht.




Spinnen am Morgen, Kummer und Sorgen,
Spinnen am Abend, erquickend und labend.

Dieses Sprichwort hat aber nun so gar nichts mit den kleinen achtbeinigen Krabbeltierchen zu tun. Es bedeutet vielmehr, daß früher nach der Arbeit das Spinnen in der Wohnstube als angenehme Freizeitbeschäftigung gesehen wurde. War man allerdings gezwungen bereits früh mit dem Spinnen zu beginnen, so verdiente man mit dieser Arbeit seinen Lebensunterhalt und der wurde damals mehr als kärglich entlohnt.




Der Sandmann

Um 1800 als die Fußböden bürgerlicher Wohnungen noch mit Sand gescheuert werden mußten, gingen in den Städten Sandverkäufer abends von Haus zu Haus und boten ihre Ware an. Zu der Zeit als sie an die Türen klopften, war für die kleinen Kinder gerade Schlafenszeit. Aus diesen Sandverkäufern wurde dann das beliebte Sandmännchen, welches Kinder Sand in die Augen streute, damit sie einschliefen.




Keine Umstände machen ...

Im Mittelalter war es üblich bei Versprechungen und Gelöbnissen (Eheversprechen, Treueeide) um die Vertagspartner einen Kreis zu bilden, innerhalb welchem sie ihre Versprechungen leisteten. Mit anderen Worten man "umstand" die Vertragsparteien. War das gegebene Versprechen nicht wichtig, so war es auch nicht nötig einen "Umstand" zu machen, daher also der Spruch: "Mach dir keine Umstände!", wenn irgend etwas nicht so wichtig erscheint.



Da liegt der Hund begraben ...

Dieses Sprichwort hat nichts mit dem gemeinen Haus- und Hofhund zu tun, sondern das vom Volksmund verbalhornte Wort Hund leitet sich vom althochdeutschen "huond" (=Schatz) ab. Wenn man also wußte wo der "Hund begraben lag", dann wußte man die Lagerstelle eines Schatzes oder eines Versteckes.

 


Auf großem Fuß leben ...

Im 12. Jahrhundert erfand der Graf von Anjou wegen seiner deformierten Füße spitze Schnabelschuhe - und machte so aus der Not eine Tugend. Denn dadurch wurde die Schuhgröße zum Maßstab für gesellschaftliches Ansehen. Wer also damals auf großem Fuß lebte, war reich.



Jemanden etwas abknöpfen ....

Edelmänner trugen früher Jacken mit Goldknöpfen. Diese spendierten sie hin und wieder für gute geleistete Dienste. Die Goldknöpfe wurden dann meist von den Jacken entfernt (also abgeknöpft) und durch normale Knöpfe ersetzt. Wer also jemanden etwas abknöpfte, hatte einen Profit gemacht.



Sein Scherflein beitragen ....

Ein halber Pfennig wurde im Mittelalter als "Scherf" bezeichnet. Den Begriff "Scherflein" für diese geringwertige Münze prägte Martin Luther (1483-1546). Wer also sein Scherflein zu etwas beitrug gab zwar, aber eben nur sehr wenig.



Etwas ist keinen Heller wert

Ein Heller war die im 12. Jahrhundert geprägte Münze der Reichsmünzstätte Schwäbisch Hall. Sie entsprach einem Pfennig, war aus dünnem Silberblech und somit nicht viel wert.



Ein Schlitzohr sein .....

Früher und auch jetzt noch hat jeder fahrende Handwerksbursche einen Ring im Ohr, dessen Anhänger seinen Berufsstand ausweist. Ließ sich nun ein Vertreter dieser Zunft etwas zu Schulden kommen, so war er nicht mehr berechtigt sein Standeszeichen zu tragen. Der Ohrring wurde deshalb vom Innungsmeister herausgerissen, das Ohr des Bestraften war aufgeschlitzt, er war somit ein "Schlitzohr" und als unehrenhaft gebrandmarkt.


Die Leviten lesen .....

Das Buch Leviticus aus dem Alten Testament beschreibt die Lebensregeln der jüdischen Priester und des jüdischen Volkes. Es werden darin die Vorschriften für ein gottgefälliges Leben bestimmt. Leuten, die sich gegen diese Regeln (Anstand, Lebensweise etc.) benehmen, liest man also "die Leviten", um sie auf den Weg der Tugend zurück zu bringen.


Süßholz raspeln .......

Süßholz ist ein Gewächs, welches auch heute noch vor allem in der Gegend um Bamberg angebaut wird und früher den teueren Zucker ersetzte. Wie schon der Name sagt, schmeckt dieses Gewächs süß wie Zucker. Wenn man dieses Süßholz nun raspelt entsteht Süßholzstaub, welcher auch in den Mund gelangt und dort einen süßen Geschmack erzeugt. Deshalb bekamen früher die Leute nicht genug davon und raspelten eben einfach Süßholz, damit das was sie sagten auch einen "süßen" Beigeschmack bekam. 


Am Schlafittchen packen .....

Das Wort "Schlafittchen" ist eine Verbalhornung des Wortes Schlagfittichen, den Schwungfedern eines Vogels. Wenn man also jemand am Schlafittchen packt, so hindert man ihn daran auszureißen, so wie man Vögel durch Stutzen der Schwungfedern am Wegfliegen hindert.


Etwas aufs Tapet bringen ...

Das Wort "tapet" kommt aus dem Französischen und bezeichnet den Stoffüberzug eines Konferenztisches. Bringt also jemand etwas aufs Tapet, so heißt das, daß darüber am Tisch diskutiert und die Angelegenheit geklärt werden sollte. Übrigens leitet sich auch unsere Tapete von diesem Wort ab, da früher in vornehmen Häusern die Wände meist mit Stoff bezogen waren.


Für jemand eine Lanze brechen ...
 
Diese Redewendung stammt aus dem Mittelalter. Lanzen wurden grundsätzlich in Turnieren gebrochen, dann nämlich, wenn der Ritter die Rüstung oder den Schild seines Kontrahenten traf und damit den Zweikampf gewann. Da die Ritter meist für eine Frau ins Turnier zogen, brachen sie also die Lanze für die "Dame ihres Herzens", um dieser ihre Zuneigung zu beweisen und ihr den Sieg zu widmen.
 

Bankert
 
Dieser Ausdruck für ein "uneheliches" Kind kommt daher, daß früher die Mägde nicht in eigenen Kammern oder Betten, sondern auf der Ofenbank schlafen mußten. Auf diesen Bänken vom Dienstherrn gezeugte nichteheliche Kinder wurden somit als "Bankerten" bezeichnet.
 
 
Den Löffel abgeben ....
 
In früheren Zeiten erhielten neu eingestellte Dienstboten, vor allem auf dem Land von ihrem Dienstherren bei Arbeitsantritt einen Holzlöffel, der zur täglichen Nahrungsaufnahme aus einer großen Pfanne oder einem Topf diente. Wurde der Dienstbote gekündigt oder ging er aus eigenen Stücken, so mußte er diesen "Löffel wieder abgeben", damit ihn der nächste erhalten konnte. Gab also jemand den Löffel ab, so hieß dies lediglich daß er den Hof oder die Dienststelle verließ; erst später wurde daraus eine Todesmeldung.
 

Blaumachen
 
Wer hat nicht schon einmal "blau gemacht"? Aber die wenigsten wissen, daß dieser Begriff aus der Arbeitswelt kommt. Und zwar verwendeten die Färber des Mittelalters um blaues Tuch herzustellen die zerriebenen Blätter der Waidpflanze und vermischten diese mit Urin. Dieser Brei gärte dann einige Tage, dies konnte durch Beigabe von Alkohol verstärkt werden. Durch Trinken des Alkohols reicherte sich dieser im Urin an und man verband so das Angenehme mit dem Nützlichen. Nachdem aber das Tuch sich bei Eintauchen in diese Masse nicht sofort blau färbte, sondern diese Farbe erst nach einem Tag Aushängen über die Farben Gelb und Grün erreichte, gab es für die Färber immer einen arbeitsfreien Tag, den Tag zum "Blaumachen"!
 

Blaues Wunder erleben .....
 
Auch dieser Begriff kommt aus dem Bereich des Stofffärbens, denn wie schon oben beschrieben, färbte sich der Stoff welchen die Färber aus der Urin-Waidpflanzen-Masse zogen erst im Verlauf eines Tages von gelb über grün nach blau. Wer also dabei zusah konnte im wahrsten Sinn des Wortes "ein blaues Wunder erleben".
 
Das Heft in die Hand nehmen
 
Wer das Heft in die Hand nimmt, zeigt "wo es lang geht". Nur hat hier das Heft nichts mit dem bekannten Schreibutensil zu tun. In diesem Fall geht es um das althochdeutsche Wort "hefte" welches gleichbedeutend mit dem heutigen Wort "Griff" ist. Wer also damals "das Heft in die Hand nahm", griff zum Schwert um Macht zu zeigen. Das sich aber nur Edelleute und Ritter bewaffnen durften, hatte im Mittelalter also immer der Höhergestellte "das Heft in der Hand" und das Volk hatte sich nach seinen Befehlen zu richten.

Die Felle davonschwimmen sehen
 
Im Mittelalter wusch man die frisch abgezogenen Felle der Tiere immer am Bach oder am Fluß. Paßte man nicht auf, oder rutschte einem das Fell aus der Hand, so nahm die Strömung es mit und man konnte es buchstäblich davonschwimmen sehen. Wenn einem also so etwas passierte, dann hatte man auf jeden Fall einen finanziellen Verlust, später wurde das Sprichwort auch auf ideologische Fälle angewandt.

Etwas auf dem Kerbholz haben ....
 
Früher wurden Schulden, speziell in Gasthäusern, auf einem Stück Holz als Kerben eingeritzt; war das Holz voll, so mußte gezahlt werden. Wer also viel auf "dem Kerbholz" hatte, der hatte auch viel Schulden. Waren die Schulden beglichen, wurde das Holz verbrannt. Später wurde dieser Begriff auch für Straftaten übernommen und für immer wieder rückfällige Täter gebraucht.
 
Die Katze im Sack kaufen ...
 
Früher wurden Ferkel, um sie am Weglaufen zu hindern, auf den Märkten grundsätzlich in zugebundenen Säcken verkauft. Betrüger steckten jedoch statt Ferkel Katzen in Säcke; wollte der Käufer das Tier sehen, so wurde ihm das mit dem Bemerken, das quicklebendige Ferkel könne weglaufen, verwehrt. Er kaufte also das Tier, meist dann eine Katze, im Sack.
 

Etwas auf die hohe Kante legen ...
 
Im Mittelalter hatten die Betten in den Bürgerhäusern meist einen Baldachin, der von soliden Holzbalken gehalten wurde. Hatte man Erspartes und wollte dieses vor der Umwelt verstecken, so legte man es auf eben diese Holzbalken des Baldachins und somit auf "die hohe Kante.

Jemandem einen Denkzettel verpassen ...
 
Schüler und Lehrlinge, welche eine Aufgabe oder einen Auftrag nicht zur Zufriedenheit des Lehrers oder des Meisters erfüllten, erhielten im Mittelalter einen Zettel um den Hals gelegt, auf dem ihre Fehler aufgelistet waren. Diesen Zettel mußßten sie eine bestimmte Anzahl von Tagen mit sich herumtragen, so dass jeder von ihrer Unfähigkeit wußte.

Das kommt mir spanisch vor ....
 
Als König Karl I. von Spanien zum deutschen Kaiser Karl V. (1500-1558) gekrönt wurde, brachte er viele Sitten und Gebräuche des spanischen Hofes mit nach Deutschland. So kam eben vielen Höflingen alles "etwas spanisch" vor.

Ins Fettnäpfchen treten .....
 
Früher stand neben dem Ofen immer ein Napf, in welchem Stiefelfett aufbewahrt wurde, damit es durch die dort herrschende Wärme geschmeidig blieb. Kam vom vom Regen oder Schnee in einen bewohnten Raum, so fettete man seine Stiefel damit ein, damit diese keine Flecken bekamen. Trat man in eines dieser Näpfchen und kippte man es um, so war dies eine Ungeschicklichkeit, die das Gespött der anderen nach sich zog.

Auf den Zahn fühlen .....
 
Diese Redensart hat nichts mit Zahnärzten zu tun, sondern die Viehhändler der "guten alten Zeit" konnten anhand des Zustandes der Zähne im Maul eines Pferdes erkennen, wie alt das Tier war. Roßtäuscher hatten also einen schweren Stand, wenn ein Viehhändler einem Pferd "auf den Zahn fühlte".

Auf dem Holzweg sein .....
 
Wurden im Wald Bäume geschlagen, so ebneten die Waldbesitzer vom Schlagort bis zum nächsten begehbaren Waldweg einen schmalen Pfad, auf welchem die Bäume zum Abtransport meist von Pferden gezogen wurden. Begab man sich jedoch vom Waldweg auf einen solchen Pfad, so endete dieser immer in einer Sackgasse und war eben "auf dem Holzweg".

Einen Zahn zulegen .....
 
Als früher noch auf offenem Feuer gekocht wurde, hingen die Töpfe meist an einem Stück Eisen, in welchem in regelmäßgen Abständen Haken (Zähne) eingefräst waren. Wollte man nun das Essen schneller zubereiten, so musste der Topf eben näher an das Feuer gehängt werden, man hängte ihn also einen oder zwei Haken tiefer, legte somit "einen Zahn zu".

Es faustdick hinter den Ohren haben ....
 
Im Mittelalter glaubten die Leute, dass Dämonen welche für die List, den Schalk und die Durchtriebenheit zuständig waren hinter den Ohren der betreffenden Personen saßen und diesen die Gemeinheiten zuflüsterten. Wer also überaus durchtrieben und hinterlistig war hatte es dann eben "faustdick hinter der Ohren".

Spießruten laufen .....
 
Hierbei handelt es sich um eine Strafe, welche der "Alte Fritz" (König Friedrich II. von Preußen) bei seinen Regimentern einführte. Wurde ein Soldat bei einer Untat ertappt, so musste er mit nackten Rücken durch eine Reihe von Soldaten laufen, welche ihn mit spitzen (spiess) Ruten verprügelten.

Von der Pike auf erlernen ...
 
Die Pike war im Mittelalter eine etwa 4 Meter große Lanze, welche im Krieg von den Pikenieren getragen wurde. Diese Pikeniere bildeten die unterste Schicht der Landsknechte und hatten die gefährlichste Aufgabe im Kampf zu leisten, nämlich Mann gegen Mann zu kämpfen. Nur wer den Kampf als Pikenier überlebte, hatte die Chance in der Rangordnung aufzusteigen. Er lernte also "von der Pike auf" zu überleben und bekam erst dann die Gelegenheit in höhere Mannschaftsränge aufzusteigen.

Schlamassel haben ....
 
Das Wort Schlamassel leitet sich vom jiddischen Wort "schlimisl" ab, denn es verband das deutsche Wort "schlimm (schlecht)" mit dem jüdischen Wort "masl" (Glück). Es bedeutete also nichts weiter als "schlimmes Glück" (Unglück).

Einen guten Rutsch ....
 
Dieser Neujahrswunsch leitet sich auch aus dem jüdischen Sprechbereich ab. Das jüdische Neujahrsfest heißt "Rosch Ha-schana" und daraus verbalhornte die deutsche Bevölkerung einen "Rutsch in neue Jahr" !

Leichenbittermiene
 
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts und manchmal auch darüber hinaus war es in dörflichen Gemeinden Sitte, daß ein sog. Leichenbitter umher ging, welcher im Namen der Hinterbliebenen die Dorfgemeinschaft zum Leichenbegängnis einlud. Dieser Mann konnte auf Grund seines Berufes natürlich kein fröhliches Gesicht zur Schau stellen, sondern hatte immer einen düsteren Gesichtsausdruck, eben die Leichenbittermiene.

Lehrgeld zahlen .....
 
Dieser Ausdruck hat seine Herkunft aus dem Handwerk. Früher war es nicht üblich, die Lehrlinge zu entlohnen. Im Gegenteil, die Eltern mußten dem Lehrherrn für die Ausbildung ihres hoffnungsvollen Sproßes einen bestimmten Betrag pro Lehrjahr entrichten; sie zahlten also Lehrgeld für ihn. Hatte der junge Mann aber zwei linke Hände oder war für den Beruf nicht geeignet, so konnten die Eltern bei Abbruch der Lehre verlangen, daß "das Lehrgeld wieder ausbezahlt" wurde.

Kohldampf haben ....
 
Das hat nichts mit dem bekannten Gemüse zu tun. Der Ausspruch setzt sich aus zwei Wörtern aus der Ganovensprache zusammen und zwar aus "Koll" und "Dampf". Beide Worte stehen dort als Synonym für Hunger; hat also jemand Kohldampf, so ist das Hungergefühl wirklich akut.

Armer Tropf ...
 
Früher gab es Häuser, deren Grundstücksgrenzen an der Trauf- oder Tropfrinne (heute Regenrinne) endeten, also ohne Garten oder Vorweg. Diese Häuser wurden meist von armen Leuten bewohnt, welche sich keine großen Grundstücke leisten konnte. Wer also in einem solchen Haus wohnte, war "ein armer Tropf" ....

Haare auf den Zähnen haben ...
 
Haare galten und gelten immer noch als ein Zeichen von Kraft und Stärke. Seien es nun Haupt- oder Körperhaare, eine starke Behaarung wird immer mit Mut und Männlichkeit gleichgesetzt (s.a. AT: Samson). Hat nun jemand "Haare auf den Zähnen", so heißt das, dass sich dieser wegen seiner Stärke mit seiner Meinung nicht zurück halten muß und Unangenehmes aussprechen kann, ohne sich Gedanken über die Folgen machen zu müssen.

Aus dem Staub machen ....
 
In früheren Zeiten wurde auf den Schlachtfeldern im Kampf Mann gegen Mann immer viel Staub aufgewirbelt. Wollte man nicht mehr in die Kampfhandlungen verwickelt werden, so floh man vom Schlachtfeld, man "machte sich also aus dem Staub"!
Die Flinte ins Korn werfen .....
 
Nach der Flucht waren die Waffen, die man mit sich trug hinderlich und man versuchte sie so schnell wie möglich los zu werden. Dies konnte man am besten, wenn man sie in das nächste Kormfeld warf, wo sie auch vor den Augen des Feindes verborgen blieben.

Einen Klotz am Bein haben .....
 
Unruhige Tiere wurden früher daran gehindert wegzulaufen, indem man ihnen einen Holzklotz an das Bein band. Hatte jemand also einen Klotz am Bein, so hinderte das ihn an seiner Bewegungsfreiheit. In den USA wurde diese Methode bei Strafgefangenen angewendet, denen eine Kette mit Eisenkugeln (ball and chain) am Bein festgemacht wurde.

Fersengeld geben ....
 
Im Mittelalter mußten Frauen, wenn sie sich scheiden lassen wollten, dem Mann einen Obulus von 3 Schillingen geben, erst dann durften sie das geminsame Haus verlassen und man sah sie beim Gehen nur noch von hinten (also die Fersen).

Das Hasenpanier ergreifen .....
 
"Panier" ist ein altes deutsches Wort für Banner. Das Panier des Hasen ist seine weiße Schwanzunterseite, welche man bei der Flucht des Tieres am deutlichsten sieht. Ergreift also jemand das "Hasenpanier", so flüchtet er wie der Hase vor einer Gefahr.

Woher kommt das Wort "Sabotage"?

In Frankreich warfen die Arbeiter während der indutriellen Revolution ihre Holzschuhe in die Maschinen, an denen sie zu arbeiten hatten, um sich eine Auszeit zu verschaffen oder gegen die Mechanisierung zu demonstrieren. Diese Holzschuhe heißen »Sabots«. Daher stammt das Wort »Sabotage«

Warum heißt es "mit Fug und Recht"?

Das sagt man immer wieder und weiß eigentlich nicht was man da sagt. Also "Recht" kennt jeder, aber was ist "Fug"?
Das Wort „Fug“ kommt aus dem Mittelhochdeutschen. Es wurde ursprünglich "vuoc" geschrieben und bedeutete "etwas, das erlaubt ist". Wir verwenden heute noch andere Wörter, die daraus resultieren. Zum Beispiel "Befugnis“ und „unbefugt". Und etwas, das nicht erlaubt ist, ist "Unfug".

Warum heißt es "unter der Fuchtel stehen"?

Wenn man "unter der Fuchtel" von jemand steht, dann zwingt der einem sein Leben und seine Ordnung auf.
Die "Fuchtel" ist eigentlich ein stumpfer, breiter Fechtdegen (daher kommt auch "herumfuchteln"). Schläge mit der flachen Seite der Fuchtel waren eine übliche Strafe im preußischen Heer. Und so wurde die Fuchtel zum Sinnbild harter militärischer Zucht.

Warum sagt man "bis in die Puppen"?

Wenn etwas bis in die Puppen geht, dann geht es wirklich lange.
Die Redensart leitet sich aber von einem langen Weg ab. Im 18. Jahrhundert war der Berliner Tiergarten noch weit vom Zentrum der Stadt entfernt. Die "Puppen" waren die Standbilder aus der antiken Götterwelt von Knobelsdorff, die Friedrich der Große zur Zierde des zentralen Platzes (Großer Stern) des Berliner Tiergarten aufstellen ließ.
"Bis in die Puppen" bedeutete also ursprünglich noch weit laufen zu müssen.

Warum hat man "einen Frosch im Hals?"

Wenn jemand heiser ist und kaum sprechen kann, dann gibt es im Hals eine kleine Geschwulst, die medizinisch "Ranula" heißt. Wenn man sehr heiser ist, ist manchmal auch die "Ranula" etwas dicker als sonst und entzündet.
Nun gibt es den Begriff "Ranula" aber auch im lateinischen und der bedeutet übersetzt soviel wie "Fröschlein". Daraus entstand im Laufe der Zeit die berühmte Redensart, einen Frosch im Hals zu haben.

Woher kommt die Redensart "Man hat schon Pferde kotzen sehen"?

Pferde können nicht kotzen. Es geht einfach nicht, denn sie haben keine Muskeln, die den Speisebrei rückwärts bewegen könnten. Deshalb ist das eine gute Metapher für Unwahrscheinlichkeiten!

 Warum heißt es "ewig und drei Tage"?
 
Wenn man lange auf etwas warten muss, dann sagt man gerne "Da musst du ewig und drei Tage drauf warten!"
Den Begriff gab es schon im Mittelalter. In der mittelalterlichen Rechtsprechung war es üblich, für Fristsetzungen einen bestimmten Zeitraum zu definieren und bis zum endgültigen Ablauf der Frist dann noch einmal drei Tage dazu zu geben – drei Tage, in denen sich vielleicht das Blatt noch wenden konnte, selbst wenn die eigentliche Frist schon "ewig" lang gewesen war.

Warum heißt es "aus dem Stegreif sprechen"?

Gemeint ist, dass man ohne Vorbereitung redet. Aber was ist ein Stegreif?
Ein Stegreif war früher die einfache Ringform des Steigbügels (vom Sattel). Königs- und Fürstenkuriere verlasen die Erlasse ihres Herrn, ohne abzusitzen, "aus dem Stegreif", um dann eiligst weiterzureiten.

Was ist ein "Prügelknabe"?

Im 16. und 17. Jahrhundert wurden arme Kinder extra zu diesem Zweck gehalten, sie mussten die Prügel auf sich nehmen, die eigentlich junge Edelleute verdient hätten. Diese jungen Edelfratzen durften nicht geschlagen werden und mussten zur Abschreckung der Prozedur nur zusehen, die von Rechts wegen ihnen galt.

Woher kommt der Begriff "Alter Schwede"?

Nach dem Ende des dreißigjährigen Krieges hat der Große Kurfürst bewährte und erfahrene schwedische Soldaten für sein Heer als Ausbilder anwerben lassen. Weil sie sich besonders gut auf "fürtrefflichen Drill" verstanden, wurden sie meist als Unteroffiziere eingesetzt. In der Soldatensprache wurden diese Korporale dann kurzweg "die alten Schweden" genannt.

Warum sagen wir "O Jemine!"?

Der Ausruf des Mitleids oder Entsetzens, der Uberraschung ist entstellt aus dem Lateinischen "Oh Jesu Domine", der lateinischen Anrede für "Herr Jesus".

"Durch die Lappen gehen"

Wenn etwas durch die Lappen geht, dann ist es entwischt oder entkommen. Und genau daher kommt auch diese Redensart: Früher gab es eine so genannte Lappjagd. Da wurden Lappen, also meist Bettlaken und andere Stoffe an Leinen aufgehängt, um damit flüchtende Tiere bei einer Treibjagd in bestimmte Richtungen zu lenken oder am Ausbrechen zu hindern. Obwohl viele Wildtiere tatsächlich vor den aufgehängten Lappen zurückschreckten, kam es dabei jedoch immer wieder vor, dass Tiere durchbrachen und somit buchstäblich "durch die Lappen gingen". Seit dem 18. Jh. wird die Wendung auch auf Menschen angewandt.

Warum heißen die Flitterwochen Flitterwochen?

Wer sich in der alten Sprache auskennt, der könnte auf das Wort Flitter = Glanz kommen,aber damit hat das nichts zu tun.
Vielmehr stammt das Wort vom althochdeutschen filtarazan („liebkosen“) und dem mittelhochdeutschen gevlitter („heimliches Lachen“) bzw. vlittern („kichern, flüstern, kosen“) ab.

Woher kommt "sich verfranzen"

Die Redewendung kommt aus der Fliegersprache: Im Ersten Weltkrieg bürgerte sich bei zweisitzigen Flugzeugen die Bezeichnung „Franz“ für den Beobachter ein, den Flugzeugführer nannte man „Emil“. Hatte sich "Emil" verflogen, weil "Franz" als Beobachter einen falschen Kurs angegeben hatte, so hatte sich die Maschine "verfranzt".

Warum heißt es "STOCKdunkel"

Im alt- und mittelhochdeutschen war ein "stok" etwas aus groben Holz, wie ein Baumstumpf, ein Klotz oder auch ein Knüppel. Daher kommen die Zusammensetzungen stockfinster, stockdumm, stockbetrunken, stocksteif, etc. Stockdumm bedeutete also so viel wie "dumm wie ein Klotz". Auch "ver-stockt" (verbohrt auf der eigenen Meinung beharren) kommt daher.
"Stockdunkel" würde also "Dunkel wie ein Klotz" bedeuten. Das macht natürlich wenig Sinn, aber im Laufe der Zeit hat sich die Vorsilbe von ihrem Ursprung gelöst und dient als verstärkende Vorsilbe für jeden Zweck.

Einen Kater haben

Wer säuft, der hat am nächsten Tag Kopfweh und es geht einem allgemein schlecht. Wer so die Folgen eines starken Rausches spürt, der jammert gerne. Der "Kater" ist hier die Verkürzung von "Katzenjammer", was eigentlich ursprünglich "Kotzenjammer" hieß und die Nachwirkung durchzechter Nächte besser charakterisierte.

"Einen Stein im Brett haben"

Ein sehr altes Brettspiel, nämlich das das "Puffspiel" oder auch "Tricktrack" genannte Spiel ist Ursprung der Redensart. In diesem Spiel hat derjenige einen guten Stein im Brett, der zwei nebeneinander liegende Felder mit seinen Steinen belegt hält, da er dem Mitspieler das Gewinnen erschwert. So wie dieser zweite Stein ist ein guter Freund, der einem zur Seite steht. Und der wurde schon damals metaphorisch "als guter Stein im Brett" bezeichnet. Beleg ist das das erste Mal in Joh. Agricolas "Sprichwörtersammlung" von 1529: "Ich hab eyn guten steyn im brette".

 "Dreck am Stecken haben"

Wenn jemand quer durchs Gelände gewandert ist, hat er schmutzige Schuhe. Natürlich putzt man die beim Betreten des Hauses vor der Haustür ab. Vor vielen alten Häusern gibt es noch diese eisernen Fußabstreifer, mit denen man sich den Dreck von den Sohlen kratzen konnte. Wenn der Wanderer dann ins Haus kommt, merkt man nichts mehr davon, dass er im Dreck herumgegangen ist – außer er trägt noch immer den verräterischen Dreck an seinem Stecken (=Wanderstock) mit sich herum.

 Woher kommt der Name "Drahtzieher"

Der "Drahtzieher" (jemand, der im Hintergrund die Planung für etwas durchführt) hat seinen Ursprung nicht etwa im ehrbaren Handwerk des Drahtherstellers, sondern man meint damit einen Marionettenspieler. Also jemand, der hinter der Bühne "an den Drähten zieht", damit sich die Puppen nach seinem Willen im Rampenlicht bewegen.

"Kalte Füße bekommen"

Wenn sich jemand etwas vorgenommen hat und es dann doch nicht umsetzt, weil ihm nicht wohl bei der Sache ist, dann spricht man davon, dass er kalte Füße bekommt. Aber was hat ein Rückzieher mit kalten Füßen zu tun?
Der Ursprung dieser Redewendungen kommt aus England und zwar aus der Welt des Glücksspiels. Weil das Kartenspielen um Geld früher verboten war, zogen sich die Glücksspieler in (damals nicht wirklich angenehme oder gar beheizbare) Keller zurück. Wenn man hier zusammen beim Kartenspiel gesessen hat und jemandem bei zu hohem Einsatz das ganze Spiel zu riskant wurde, so kam er mit der Ausrede, er müsse sich die Füße vertreten weil diese ihm kalt geworden sind. Somit konnte er sich seinen Gewinn sichern ohne noch mal spielen zu müssen. Und so wurde der Ausdruck "Kalte Füße bekommen" im Laufe der Zeit zu einer Redensart, wenn man sich aus einer unangenehmen Situation davon stehlen wollte.

 "Des Pudels Kern"

Gemeint ist damit: der wahre Grund einer Sache. Die Redensart stammt aus Goethes Faust; Mephisto hatte sich in einen schwarzen Pudel verwandelt. Bei der Rückverwandlung in seine wahre Mephisto-Gestalt wird er von Faust beobachtet und spricht: "Das also war des Pudels Kern! Ein fahrender Scholast? Der Kasus macht mich lachen..."
Man fand wohl dieses Ausspruch zu der Zeit so gut, dass er sich in unsere Sprache eingebürgert hat.

 "Jemandem etwas vom Pferd erzählen"

Einst belagerten die Griechen Troja. Um Truppen in die belagerte Stadt einzuschleusen bauten sie das berühmte Trojanische Pferd, in dessen hohlem Körper sich Soldaten versteckten. Ja und die Trojaner waren sich nicht ganz einig, was sie mit dem Gaul tun sollten. Dann fanden sie einen Mann, der dem König vorgeführt wurde. Der erzählte, Odysseus habe ihn als Opfer zurückgelassen. Dieser Mann war aber nicht als Opfer zurückgelassen worden, sondern genau dafür gedacht, den Trojanern "vom Pferd zu erzählen". Er tischte ihnen also eine dreiste Lüge auf, dass das Pferd ein Opfergeschenk an die Göttin Athene sein sollte und die gutgläubigen Trojaner schafften das Holzpferd in die Stadt. Der Rest ist Geschichte.
Seitdem lässt man sich nicht mehr so unbedarft vom Pferd erzählen.

 "Maulaffen feilhalten"

Früher benutze man Kienspäne (das sind vierkantig oder flach geschnittene Holzstücke), um die Wohnung notdürftig zu erhellen. Da dieses Holzstück irgendwo befestigt werden musste, hat man aus Ton einen Kopf gefertigt, der in seinem weit geöffnetem Mund das Holzstück hielt. Diese Spanhalter sind seit dem 13. Jhd. in Österreich als "Maulauf" nachweisbar. Später wurden die Dinger aus Eisen hergestellt und hatten auch eine andere Form, der Name aber, etwas verbalhornt, blieb.

"Sich verzetteln ...."

Der Ausdruck stammt aus der Sprache der Weber.
Damals hieß es noch: Man sieht vor lauter Fäden das Gewebe nicht mehr. In der Weberei bedeutet “Zettlen” soviel wie: ein Tuch zu weben beginnen. Um anzufangen können (daher kommt auch der Begriff anzetteln), musste der Weber zuerst seine Fäden, die er für die Arbeit brauchte, verteilen. Diese gleichmäßig verzettelten Fäden nannte man den Zettel und die Spule. Von der Spule wurden die Fäden beim Weben nach und nach abgewickelt. Der nächste Schritt des Wortes war die Bildung des Iterativ, dies bedeutet, dass eine Handlung (in unserem Fall das Verzetteln), ständig wiederholt wird. Hier meint man, das der Weber ständig mit dem Grundelement, den Fäden, statt mit dem Weben hantierte. Wer sich also verzettelte, verlor sich demnach in Kleinigkeiten, ohne den Blick auf das Ganze. Neben dem Zettel des Webers, gibt es auch das kleine Stück Papier, dass man in praktisch jedem Haushalt findet. Im lateinischen nannte man den Zettel „cedula“, daraus wurde zunächst „zedele“, dann „zetel“ und schließlich der uns bekannte „Zettel“. Daraus entstand später sinnbildlich nutzlos ausbreiten “sich verzetteln”.

"Spinatwachtel"

Der Begriff Spinatwachtel bezeichnet im deutschen Sprachgebrauch entweder die Spinatwachtel (Vogel, der gegrillt gut sein soll) oder eine alte Frau, die sich durch ihren extrem schmalen Körperbau oder ihre „Schrulligkeit“ auszeichnet.
Dieser Begriff stammt wahrscheinlich aus dem süddeutschen und geht auf „spinnete (= verrückt, (spindel-)dürr) Wachtel“ zurück. Die Wachtel als Sinnbild der quäkenden Eigenbrötlerin dichtete man als „verstärkendes Element" einfach noch hinzu.

"Nicht alle Tassen im Schrank haben"

Mit der Tasse als Trinkgefäß hat diese Redewendung nichts zu tun. Das Wort "Tassen" aus der Redewendung stammt vom hebräischen Wort "Toshia" ab. Das bedeutet "Verstand", aber auch "Umsicht" und "Klugheit". Wenn man sagt: "Du hast nicht alle Tassen im Schrank", heißt das, dass der Verstand nicht in Ordnung ist, dass ihm etwas fehlt. Räumlich wird der Verstand dem Gehirn zugeordnet. Der Schrank steht also für den Kopf.

  "Aus dem Ärmel schütteln"

Wenn jemand etwas aus dem Ärmel schüttelt, dann fällt einem eine Aufgabe leicht, man kann sie schnell erledigen, oder man hat
relativ schnell eine Lösung für ein Problem bereit. Wie so vieles hat dieses Sprichwort seinen Ursprung im Mittelalter. Jeder, der schon mal auf einem Mittelaltermarkt war kennt das: lange, weit ausgeschnittene Ärmel. Dort drin haben früher die Menschen z.B. Geld hinein gelegt. In manchen Mönchskulturen der Welt ist das heute sogar noch üblich: In den Roben lassen sich prima kleine Dinge verstauen – ganz ohne Handtasche. 

Hals- und Beinbruch
 
Der Ausdruck Hals- und Beinbruch kommt aus dem jiddischen Sprachgebrauch. Es ist ein Segenswunsch und heißt ursprünglich "Hazloche brocha", das heißt "Glück und Segen". "Hazloche" wurde im deutschen Gebrauch zu "Hals" und das jiddische Wort, dem der hebräische Wortstamm "baracha" = Segen zugrunde liegt, nämlich "brocha" wurde zum "Bruch".
Hazloche brocha!

"Da beißt die Maus keinen Faden ab"

Die deutschen Sprachwissenschaften nennen zwei Möglichkeiten, woher diese Redewendung kommen könnte.
Die erste Variante stammt von den früheren Aufbauten der Mausefallen. So buddelte man "Fallen" in die Erde auf dem Feld ein, die durch einen Faden ausgelöst werden konnten. Die Mäuse fraßen dann die Fäden an um an den dahinterliegenden Köder zu kommen und wurde mit der in der Falle enthaltenen Drahtschlinge getötet.
Der zweite Ursprung liegt ebenfalls in der Landwirtschaft, aber diesmal im häuslichen Gebrauch. Nach dem bäuerlichen Kalender ist am 17. März Frühlingsanfang (Gertrudentag). Dies war früher die Zeit um die winterlichen Arbeiten (für die Frauen das Spinnen) niederzulegen und die Feldarbeit zu beginnen. Wer nach diesem Tag immer noch mit dem Spinnen beschäftigt war, dem wurde dem Glauben nach der Flachs von den Mäusen zerfressen oder sozusagen "der Faden abgebissen." Daher stammt auch die Darstellung der heiligen Gertrud mit Spindel und Maus. Die heilige Gertrude wurde oft mit ein oder mehreren Mäusen abgebildet, die an ihrer Spindel hinaufklettern. Die Redewendung war wahrscheinlich schon vor 1400 gebräuchlich.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst

Das Sprichwort kommt aus einer Zeit, als die Bauern ihr Getreide zu den Mühlen brachten, um es dort mahlen zu lassen. Dabei handelte es sich natürlich nicht um eine handvoll Getreide, sondern um einige Säcke. Außerdem war die Mühle nicht immer gleich um die Ecke, weswegen man zusätzlich einen weiten Weg hatte. Kam man also beim Müller an, musste man gegebenenfalls ganz schön lange warten, weil bereits ein anderer Bauer sein Getreide bereits mahlen ließ. Da half kein Beschweren beim Müller, denn wer zuerst kommt, der mahlt zuerst!

 Dalli, dalli ...
 
In Deutschland wurde diese Redewendung sehr stark von Hans Rosenthal mit der gleichnamigen Sendung geprägt, die von 1971 - 1987 ausgestrahlt worden ist. Allerdings ist er nicht der Urheber dieser Redensart. Das im deutschen Raum bekannte "dalli" entstand am Ende des 19. Jahrhundert und wurde von dem polnischen "dalej" ("weiter, los, beeil dich") abgeleitet. 

Der springende Punkt

Der springende Punkt bezeichnet umgangssprachlich etwas, für den Einzelnen, sehr Wichtiges.
Man kann diese Redewendung auf Aristoteles zurückführen, der in einem seiner Bücher über Tierkunde den "punctum saliens" (springenden Punkt) erstmals erwähnt. Hierbei handelte es sich um Beobachtungen, die er an einem befruchteten Hühnerei machen konnte. Nach etwa 5-7 Tagen konnte er eine Art "Blutfleck" im Inneren ausmachen, der "hüpfe und springe". Die Berechtigung dieser Aussage erschließt sich daraus, dass er schlicht und ergreifend das Herz des im Ei heranwachsenden Kükens sah, welches schlug! 

Sich verpissen......

Wenn man sich "verpisst", dann pinkelt man nicht daneben, sondern stiehlt sich aus der Verantwortung.
Der Ausdruck wurde erstmals im 1. Weltkrieg verwendet. Da gab es wohl Soldaten, die sich immer dann zum Austreten verdrückt haben, wenn es brenzlig wurde. Kein Wunder kam es zu dem Ausdruck "der hat sich verpisst".

 "Toi Toi Toi"

Mit "toi toi toi" wünscht man jemandem Glück.
Wer früher dreimal ausspuckte, war gegen böse Geister und allem Unheil sicher. Aber irgendwann galt spucken nicht mehr als fein und man deutete das Spucken nur noch an. Aus dem Geräusch des Spuckens entwickelte sich lautmalerisch "toi toi toi" – so waren die bösen Geister immer noch gebannt und man musste sich nicht vor ihnen fürchten.

 Von Pontius bis Pilatus ....

Die Namen Pontius und Pilatus lassen schon auf den Ursprung im christlichen Glauben schließen. Diese Redewendung ist seit 1704 literarisch belegt und hat ihren Ursprung in der Ostergeschichte. In dieser wird Jesus von Pontius zu Herodes geschickt, damit dieser über ihn urteile. Herodes schickt ihn aber wieder zurück ohne "seine Aufgabe" zu erledigen.
In einigen Gebieten heißt die Redewendung deshalb auch "von Pontius zu Herodes laufen". Man vermutet, dass die Redewendung durch die Veränderung in "von Pontius zu Pilatus laufen" eine Steigerung und Verdeutlichung der Situation bewirken sollte, denn Pontius und Pilatus sind bekanntermaßen eine Person.
Bedeutung: Wenn jemand angibt, er sei wegen irgendeiner Sache von Pontius bis Pilatus gelaufen, dann bezeichnet er eine ziellose/erfolglose Reise oder ein Scheitern in ebendieser Sache. 

Einen Vogel haben ....

Das ist zwar eine seltsame Vorstellung, aber die Redewendung "der hat doch einen Vogel" wird oft benutzt, wenn Menschen etwas Dummes erzählt oder getan haben. Früher wurde dieser Ausspruch jedoch nur zu geisteskranken Menschen gesagt. Denn früher glaubte man tatsächlich, dass bei psychisch Kranken ein Vogel samt Vogelnest unter der Schädeldecke sitzen würde und dort munter vor sich hinpiept. Auch die Redewendung "Bei dir piept es wohl!" hat diesen Ursprung.

Auf die Tube drücken ...

Wenn jemand "auf die Tube drückt", dann macht er schneller. Diese Redewendung kommt aus dem Englischen. Tube ist die Kurzform für choke tube, ein Teil des Vergasers. Umgangssprachlich ersetzt Tube somit das Wort Gas. Also heißt "auf die Tube drücken" nichts anderes, als "aufs Gas drücken."

Auf Tuchfühlung gehen....

Heute ist dieser Ausdruck ein Begriff fürs Flirten geworden, der Begriff kommt aber aus dem Soldatenjargon: Bei der Aufstellung in Reih und Glied mussten die Soldaten darauf achten, dicht an dicht mit den Nebenmännern zu stehen - so nah, dass sich die Ärmel berührten. So berührten sich die "Tücher" (die Stoffe) der beiden Soldaten und das wurde als "Tuchfühlung" bezeichnet.
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"Kinkerlitzchen"

Kinkerlitzchen sind Nichtigkeiten, die wir nicht allzu ernst nehmen sollten. Der begriff stammt von dem französischem Wort "la quincaillerie" ab, was Eisenwaren bzw. Kurzwaren bedeutet. Als im 17. Jahrhundert Zehntausende von protestantischen Hugenotten in deutschen Landen Zuflucht suchten, brachten sie unter anderem auch dieses schwer aussprechbare Wort mit. Und der Volksmund machte daraus etwas, was auch ihm ohne Mühe über die Lippen kam.

 Mit allen Wassern gewaschen

Von Menschen, die sehr gewitzt, durchtrieben und abgebrüht sind, sagt man oft, sie seien "mit allen Wassern gewaschen". Mit allen Wassern sind dabei die Weltmeere gemeint, welche die Seemänner auf ihren Schiffen überquerten. Denn das Leben eines Seefahrers galt als aufregend und spektakulär. Weil sie immer wieder neue Länder, Kulturen und Schätze sahen, lernten sie dadurch, sich in einer fremden Welt zu behaupten. Sie waren eben mit allen Wassern der Welt gewaschen.

Torschlusspanik

Wer Angst hat etwas zu verpassen oder zu spät zu kommen, hat Torschlusspanik.
Der Ausdruck stammt aus dem Mittelalter, als die Städte abends noch verriegelt wurden, um vor Angreifern sicher zu sein. Wer nach "Torschluss" noch spät in eine Stadt hinein wollte, musste einen "Torgroschen" zahlen. Aus Angst zu spät zu kommen und bezahlen zu müssen, litten viele Menschen unter "Torschlusspanik".

Unter aller Sau....

Wie so viele Redewendungen kommt auch dieser Ausdruck "unter aller Sau" aus dem Jiddischen. Der Begriff "Sau" wurde aus dem jiddischen Wort "Seo" abgeleitet. Ursprünglich hieß die Redwendung nämlich "unter aller Seo". "Seo" ist das jiddische Wort für "Maßstab". Also heißt "unter aller Sau" eigentlich "unter allem Maßstab" und somit wird der Ausdruck heute noch mit gleicher Bedeutung ausgesprochen wie damals...

Unter die Haube bringen ...

Die Redensart stammt mal wieder aus dem Mittelalter bezieht sich auf Frauen im heiratsfähigen Alter. Solange sie unverheiratet waren, durften die Mädchen ihre Haare offen tragen. Ab dem Hochzeitstag jedoch musste die Frau ihre Haare flechten, hochstecken und unter der Haube verbergen. Im Mittelalter war die Haube nicht nur gute Sitte, sondern auch ein Zeichen der Frauenwürde. Hatte ein Vater seine Tochter verheiratet, so hatte er sie eben "unter die Haube gebracht!"

Vom Tuten und Blasen

Von einem Menschen, dem wir rein gar nichts zutrauen, sagen wir: "Der hat von Tuten und Blasen keine Ahnung!"
Diese Redewendung stammt aus dem Mittelalter:
Wer zu nichts Nutze war und keine Ausbildung hatte, wurde Nachtwächter. Alles, was man dafür können musste war wach bleiben und in’s Horn blasen (oder tuten). Wer selbst dafür zu dumm war, der hatte von gar nichts eine Ahnung.

Die Fahne nach dem Wind drehen....

Gemeint ist: wankelmütig in seinen Entscheidungen sein
Ursprünglich kommt wohl die Redensart "die Fahne nach dem Wind drehen" von Windmüllern, die früher immer das Windrad in die Richtung ausgerichtet haben, aus welcher der meiste Wind kam. So konnten sie den Wind am besten nutzen und so den größten Profit draus schlagen. Belegt ist das seit dem 12. Jh. durch die Redensart den Mantel nach dem Winde kehren. Dort heißt es in der mittelalterlichen Spruchsammlung "man sol den Mantel keren als das weter gat." In Gottfrieds Tristan und Isolde (um 1210) heißt es ganz ähnlich: "Man sol den mantel kehren als die winde sint gewant." 
 

Die Gelegenheit beim Schopfe packen...

Mit der Redewendung drücken wir heute aus: Einen einmaligen, günstigen Augenblick schnell und entschlossen nutzen.
Das geht zurück auf den griechischen Gott Kairos, jüngster Sohn des Zeus; er wurde in Olympia kultisch verehrt.
Kairos war nur vorne mit einer Haartolle ausgestattet und hatte hinten eine Glatze. Außerdem war er mit Laufschuhen bekleidet und hatte Sporne an den Füssen, damit er schneller weg sein und man ihn nicht noch einholen konnte.
An jenem Haarschopf konnte man also den Gott Kairos bzw. "den günstigen Augenblick" gut fassen, worauf unsere Redewendung "Die Gelegenheit beim Schopf packen" zurückgeht.


Mitgift

Wenn eine Frau einst heiraten wollte, dann mussten sich die Eltern Gedanken um ihre Mitgift machen. Dabei handelte es sich aber um nichts Gefährliches oder gar Lebensbedrohliches: sie mussten lediglich dafür sorgen, dass sie ihrer Tochter etwas mit in die Ehe geben konnten, denn Mitgift bedeutet "Mitgabe". Im Englischen bezeichnet das Wort "gift" noch heute "Gabe, Geschenk". 

Davon ein Lied singen können ..... 
 
 Früher war es nicht immer lustig, ein Lied singen zu können: der Hofprediger Johannes Agricola schrieb schon 1529, dass er von all den schlimmen Dingen – nämlich den armen Waisenkindern, die er gesehen hatte – ein Liedlein singen könne. Wer heute diesen Ausdruck verwendet, hat zu einem Thema aus eigener schlechter Erfahrung etwas beizutragen. Früher wurden in so genannten Beichtliedern die Untaten anderer besungen. Hatte ein Sänger aber einen strengen Herrn, dann sang er nicht gern Schlechtes über ihn. Daher gilt manchmal noch heute: "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing."

 Geil ....

Mann ist das "geil"! So redet die Jugend und auch schon die nicht mehr ganz so Jungen daher. Aber "geil" ist durchaus kein modernes Wort. Das gab es schon im Mittelalter und hatte die Bedeutung "üppig" – wie ein Festmahl - und "ausgelassen" - wie die Feierlaune. Erst im frühen 19. Jahrhundert änderte sich die Bedeutung und meinte dann "auf jemanden scharf sein". Das hat sich lange so gehalten, bis es tatsächlich von der Jugend aufgegriffen wurde. War es in den 80ern noch eher "auf jemanden scharf sein" wurde es dann sooft verwendet, dass heute (fast kann man sagen "wieder") "super" heißt.

Wes Brot ich ess', des Lied ich sing

Gemeint ist ja, dass man sich mit der Kritik zurückhält, wenn man von demjenigen abhängt, den man eigentlich kritisieren will.
Der Spruch stammt aus dem 30-jährigen Krieg und den Verwerfungen, die die Reformation Luthers mit sich brachte. Damals galt: Bekannte sich der Landesherr (deren es damals viele gab in Deutschland) zu den "Reformierten" oder auch mal wieder zurück zu den "Katholischen", so hatten ihm die Landeskinder zu folgen und fortan das für diese Kirche geltende Gesangbuch zu verwenden, also des Landesherrn (Brotgeber) Lieder zu singen.

Warum ist eine Frau "aufgedonnert"?

Das fand ich jetzt ganz spannend, denn auch wenn wir es seit der Kindheit unseren Eltern nachgeplappert haben, muss die Frage erlaubt sein: "Was hat der Donner mit zu viel Schminke zu tun?"
Aber die Erklärung ist sehr simpel: Aufgedonnert ist nichts anderes als die deutsche Weiterentwicklung des italienischen Wortes für Frau, donna :-)

 Durch die Blume sprechen

Durch die Blume sprechen steht heute praktisch für jede Art der Beschönigung. Diese Redewendung stammt aus dem Mittelalter. War man dort mit Taten doch sehr direkt, musste man sich in manchen Dingen etwas umständlicher ausdrücken. Denn ein offenes Wort konnte auch schlimme Folgen haben.
Als Beispiel: Ein verliebter Ritter trifft seine Angebetete, die jedoch seine Liebe nicht erwidert. Statt ihm nun unfreundliche Worte an den Kopf zu knallen (undenkbar), war es schicklich ihm mit Blumen das zu sagen, was nicht ausgesprochen werden durfte. Der ungeliebte Ritter bekam Kornblumen und jeder Edelmann kannte zu dieser Zeit ihre Bedeutung, denn fast jede Blume hatte im Mittelalter eine Bedeutung. Übrigens hat die rote Rose bis heute noch ihre Bedeutung: sie steht für die Liebe. Und wie im Mittelalter wissen es Frauen auch heute noch zu schätzen einen schönen Strauß, aber auch nur eine einzelne Rose zu bekommen.

 Heidenarbeit
 
 Im Mittelalter waren alle "Ungläubige" Heiden. Das waren alle Nichtchristen, also auch Juden und Moslems. Und die hatten Berufsverbot für Handwerk und Landwirtschaft. Es blieben ihnen nur die schwersten, schlecht bezahltesten und unbeliebtesten Tätigkeiten, wie z.B. Brunnenputzer, Scherenschleifer, Kesselflicker, etc. Und das sind alles Bezeichnungen, die noch heute in anderen Redewendungen zum Tragen kommen.

 Die Kirche im Dorf lassen ....

"Die Kirche" ist ein Ausdruck der früher für Umzüge und Prozessionen benutzt wurde. Wenn die Prozession groß und wichtig war, dann ist man auch aus dem Dorf raus und über die Felder gefahren. Wenn es einfacher war, dann hat man "die Kirche im Dorf gelassen".

Mauerblümchen

Der Begriff entstammt aus dem Bild der einzeln an der Mauer wachsenden Blume, die fernab von anderen Artgenossen ihr Dasein fristet, z.B. das auch Mauerblümchen genannte Zimbelkraut. Wurde ein Mädchen früher nicht zum Tanzen aufgefordert, so stand es abseits von den anderen, die sich beim Tanzen vergnügten.

 Der kluge Mann baut vor...

Wenn man sich in Städten mit engen Gassen richtig alte Häuser anschaut, dann sind die oberen Stockwerke meistens etwas größer als die unteren. Das kommt daher, dass man auch schon früher Grundsteuer zahlen musste. War die Grundfläche also klein, so konnte man noch Wohnraum rausholen, wenn man etwas über das Erdgeschoss "vorbaute". 


Die Arschkarte

Dieser Ausdruck entstammt dem Fußball aus der Zeit, bevor sich das Farbfernsehen vollständig durchgesetzt hatte. Damit die Zuschauer zu Hause erkennen konnten, ob eine gelbe Karte oder eine rote Karte vergeben wurde, trug der Schiedsrichter die gelbe Karte in der Brusttasche und die rote Karte in der Gesäßtasche (Arschtasche).

Mein Name ist Hase - ich weiss von nichts

Diese Redewendung hat - wer hätte das gedacht - gar nichts mit Meister Lampe zu tun. Es geht auf einen Mann namens Victor von Hase zurück, der 1855 angeklagt war, einem Freund, der einen Studenten bei einem Duell erschossen hatte zur Flucht verholfen zu haben. Vor Gericht wurde er dazu befragt und erwiderte "Mein Name ist Hase - ich weiss von nichts!". Dieser Satz hatte sich danach als Redewendung etabliert.

In der Kreide stehen ...
 
Auch heute können viele Stammgäste in Kneipen noch anschreiben lassen und Ende des Monats bezahlen. Früher schreiben die Wirte die fälligen Rechnungen mit Kreide auf Tafeln und wer beim Wirt Schulden hatte, stand somit "in der Kreide"!

 Einen springen lassen ....
 
Dieser Ausdruck stamm aus Zeiten in denen Münzen in Kartuschen aufbewahrt wurden. Der darin enthaltene Münzstapel wurde durch eine Feder nach oben gedrückt. Ein kurzer Fingerschnipp reichte und schon sprang einem die Münze entgegen; man ließ "eine springen"!

Mit klingender Münze bezahlen....
 
Wer früher eine gefälschte Münze entlarven wollte, ließ sie auf eine Marmorplatte fallen. War sie echt (Silber), so ertönte ein heller Klang, bei unechten Münzen war der Klang tiefer !!!

 Schmiergeld
 
Postkutscher verlangten früher zum eigentlichen Fuhrlohn ein "Schmiergeld" um ihre Kutsche warten zu können, also z.B. um die Achsen mit Öl zu schmieren. Dieses Zugeld wurde als "Schmiergeld" bezeichnet. Daher auch das geflügelte Wort: "Wer gut schmiert, fährt gut!"

Jedes Wort auf die Goldwaage legen....
 
Heißen tut es ja "jedes Wort sorgfältig planen/überlegen".
Bereits in der Antike stößt man auf diese Redensart, nämlich in der Rhetorik, wo sie von Verro und Cicero (römische Schriftsteller) gebraucht wurde. Aber die waren nicht dafür verantwortlich, dass wir das heute noch sagen.
Verantwortlich war Luther, denn der hat eine Bibelstelle (Sirach 21,27,28,29) mit der Wendung übersetzt: "Du wägest dein Gold und Silber ein; warum wägest Du nicht auch Deine Worte auf der Goldwaage?"
Da die Bibel so ziemlich jeder gelesen hat, der lesen konnte, hat diese Stelle seit dem 16 Jh, entscheidend zum Eindringen der Redensart in die Umgangssprache beigetragen.
Früher wurde Gold und Silber von Kaufleuten auf die Waage gelegt um das genaue Gewicht zu bestimmen. Wer dabei sehr pingelig war, machte sich unbeliebt. Deswegen sollte man heutezutage nicht alles auf die Goldwaage legen!

Einen Bock schießen ...
 
Diese Redensart ist nämlich im 15. Jahrhundert bei Schützenvereinen entstanden. So war es damals bei Schützenfesten Brauch, dem schlechtesten Schützen einen (Ziegen-)Bock als Scherz- und Trostpreis zu überreichen. Also hatte immer der schlechteste Schütze "einen Bock geschossen". Nicht der Jagderfolg – sondern im Gegenteil – das schlechte Können eines Schützen machte ihn zum Besitzer eines Bockes.

"Da halt ich den Daumen drauf"?

 Wie vieles kommt der Ausdruck aus dem Historischen;  es gab nämich bei der Artillerie einen Soldaten (war besser bezahlt auf Grund des höheren Risikos) der musste nach einem Kanonenschuss bei der nächsten Ladung seinen Daumen auf das Zündloch halten, damit beim Stopfen mit der neuen Ladung Schwarzpulver nichts austreten konnte. Da die Kanonen aber durch das Schießen heiß waren und Pulverrückstände im Rohr bleiben konnten, war das ziemlich gefährlich. Diese Soldaten hatten einen 3-fach Lederhandschuh um sich auch etwas zu schützen, aber mit dem Daumen wurde das Zündloch somit verschlossen.

Woher kommt der Brauch jemanden in den April schicken?

Einige mögliche Erklärungen:
- Auf dem Augsburger Reichstag von 1530 sollte unter anderem das Münzwesen geregelt werden. Aus Zeitgründen kam es jedoch nicht dazu, so dass für den 1. April ein besonderer "Münztag" ausgeschrieben wurde. Als der 1. April kam, fand dieser Münztag dann doch nicht statt. Zahlreiche Spekulanten, die auf diesen Münztag gesetzt hatten, verloren ihr Geld und wurden auch noch ausgelacht.

- Angeblich bat an einem 1. April eine sechzehnjährige Unbekannte Heinrich IV., König von Frankreich, der sich jungen Damen geneigt zeigte, schriftlich um ein heimliches Rendezvous in einem diskreten Lustschloss. Als Heinrich zu dem Tête-à-tête erschienen sei, habe ihn überraschend der versammelte Hofstaat begrüßt, vorgestanden von seiner Gemahlin Maria von Medici, welche ihm untertänigst dafür gedankt haben soll, dass er ihrer Einladung zum "Narrenball" gefolgt sei.

- Ein weiterer möglicher Ursprung des Brauchs ist auf ein Ereignis während des Achtzigjährigen Krieges in Holland zurückzuführen. Der verhasste, auf Burg Brill in Holland residierende spanische Statthalter Fernando Álvarez de Toledo, Herzog von Alba, wurde an einem 1. April in Abwesenheit - auch seiner Hausmacht - von Freibeutern / Likedeelers vertrieben. In Holland "drehte man ihm daraufhin eine Nase", was sich bis heute in den holländischen Geschichtsbüchern manifestiert: "Am 1. April verlor Alba sein Brill!"

- Der 1. April gilt, je nach Überlieferung, als Geburts- oder Todestag des Judas Ischariot, der Jesus Christus verraten hatte. Zudem sei der 1. April angeblich der Tag des Einzugs Luzifers in die Hölle und daher ein Unglückstag, an dem man sich besonders vorsehen müsse.

Woher kommt der Begriff "Schlampe"?

Etymologisch geht das Wort Schlampe zurück auf den Begriff für ein loses, weites (ergo: bequemes) Gewand mit Schleppe, das von Frauen und Männern [sic!] gleichermaßen getragen wurde. Später wurde das Wort auf die Trägerin bzw. den Träger solcherart Kleidung übertragen. Erst mit der Wandlung des Frauenbildes im 16./17. Jahrhundert wurde Schlampe nur noch für Frauen verwendet und erhielt eine negative Konnotation. Die Schlampe wurde jetzt eine "unordentliche" Frau und außerdem mit der Komponente "sexuell freizügig Lebende" versehen.
Witzigerweise tat es das nicht bei dem männlichen Gegenstück, dem "Schlamper", der einfach nur unordentlich ist...

Über den grünen Klee loben ....
Diese Redewendung stammt aus der Zeit in der die Gräber überwiegend oder ausschließlich mit Klee bepflanzt wurden und man über den darunter liegenden nur noch Gutes zu berichten hatte. Wurde der Verstorbene aber übertrieben gelobt, so wurde er über den grünen Klee gelobt.


Schimpfen wie ein Rohrspatz ....

Zuerst klären wir mal, dass der Rohrspatz gar kein Spatz ist. Der Rohrspatz ist eigentlich die Rohrammer (Emberiza schoeniclus), die etwa 13 bis 16 cm lang wird und normalerweise in mittleren bis großen Röhricht- und Schilfflächen von Feuchtgebieten lebt.
Der Gesang der Rohrammern hat Anlass zu der Redensart "schimpfen wie ein Rohrspatz" gegeben, denn wenn sie an erhöhter Stelle - häufig schräg am Halm - mit unvermittelt gespreiztem Schwanz sitzen und ihr stotteriges-kratzend-klapperndes "zja-tit-tai-zi-i" vortragen, dann klingt das so, als wenn sie lauthals schimpfen.
 

Blauer Brief

Wenn wir heute einen blauen Brief bekommen, dann ist das nichts Gutes.
 Ein Mahnschreiben (Schule) oder Kündigungsschreiben (Beruf) ist das normalerweise.
Auch früher war das nichts Gutes: Die 'blauen Briefe' haben ihren Namen von den blauen Umschlägen (die vom preußischem Kabinett verschickt wurden) mit der Aufforderung z. B. an Offiziere der preußischen Armee, ihren Abschied zu nehmen.

Perlen vor die Säue werfen......

Wenn man wertvolle Dinge an Menschen verschwendet, die sie nicht zu schätzen wissen, dann wirft man Perlen vor die Säue. Und für diese Redewendung bräuchte es eigentlich keinen Grund, denn der Vergleich liegt so nahe, dass man automatisch drauf kommen muss. Aber es gibt einen Grund und der ist wie so oft biblischen Ursprungs und geht auf Matthäus 7,6 zurück: „Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen nicht vor die Säue werfen...“

 Jemandem das Wasser (nicht) reichen können...

Wieder so ein Spruch, den man oft gebraucht, aber gar nicht weiß was man sagt! Gemeint ist ja, jemanden in Tüchtigkeit und Erfolg (nicht) gleich zu sein. Und wie so oft kommt dieser Ausspruch aus dem Mittelalter: denn im Mittelalter wurde nicht wie heute mit Besteck gegessen, sondern mit den bloßen Fingern.
Weil mit Fingern zu essen immer eine Sauerei ist, wurde vor und nach dem Essen in vornehmeren Häusern eine Schale Wasser gereicht, um den Gästen das Waschen der Finger zu ermöglichen. Das Wasser wurde also von Bediensteten gereicht. Und wer an der Essenstafel bedienen durfte, der war schon ein besserer Bediensteter. Wenn man also nicht einmal wert genug ist, das Wasser reichen zu dürfen, dann ist man in der Hierarchie so weit unten angesiedelt, dass "man nicht mal das Wasser reichen kann."

 Da brat mir aber einer einen Storch!

Heißen tut es: "Da bin ich aber sehr erstaunt!"
Der Ursprung kommt aus der Bibel und da gibt es sogar eine Speisevorschrift. Laut 3. Mose 11 darf der Storch (ebenso wie die Fledermaus oder der Reiher) nicht gegessen werden. Dies übertrug sich auf das Mittelalter, zudem der Storch zu dieser Zeit abergläubische Verehrung genoss und sein Fleisch als ungenießbar galt. Der gebratene Storch ist somit das Sinnbild des nie Geschehenen und unerhört Neuen.

 Unter aller Kanone...

Wenn etwas unter aller Kanone ist, dann ist es supermegawahnsinns-schlecht.
Dabei hat aber die Bezeichnung gar nichts mit einem Geschütz zu tun.
Gemeint war ursprünglich eine Zensurenvorschrift, die die Noten von 1 bis 5 einteilte. Das war der Zensuren-Kanon (Kanon=Vorschrift). War ein Schüler oder Student so richtig schlecht, dass er nicht einmal die Note 5 verdient hätte, dann gab es den lateinischen Kommentar: "sub omni canone" (= unter allem Kanon; hier: schlechter als Note 5)!

 Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste

Natürlich ist es wieder ein Spruch aus alten Zeiten. Nämlich aus den Zeiten, wo es noch das "gute Porzellan" gab, das nur zu festlichen Gelegenheiten genutzt wurde. Und da dieses Porzellan so wertvoll (teuer) war, ging die Mutter besonders vorsichtig beim Auspacken und Gebrauch damit um.
Denn ursprünglich hieß der Spruch einmal "Vorsichtig ist die Mutter IN der Porzellankiste"!

 Honeymoon

Honeymoon heißt übersetzt Honigmond. Der Begriff hat aber nichts mit dem Mond zu tun, sondern ist ein englischer Brauch und leidet sich vom guten alten Honigwein (Met) ab. Angelsächsische Brautleute sollten ihn nach der Hochzeit einen Monat lang trinken. Er stand in dem Ruf, Männer so richtig leistungsstark und Frauen fruchtbar zu machen. Außerdem sollte dadurch die Wahrscheinlichkeit auf männlichen Nachwuchs erhöht werden.

 Alles in Butter ....

Wenn wir heute etwas Zerbrechliches verschicken, dann packen wir es in Styroporkügelchen oder ähnliches Verpackungsmaterial.
Im Mittelalter bettete man sehr teuere zerbrechliche Gegenstände zum Transport in Fässer mit flüssiger Butter, die man erhärten ließ. Diese Vorsichtsmaßnahme war zwar aufwendig und teuer, aber unbedingt notwendig, denn mit dem Pferdewagen ging es über Kopf und Stein und gerne purzelte auch mal eine Ladung herunter.
Am Ziel wurde die Butter wieder verflüssigt, das Transportgut konnte unbeschadet entnommen werden.

 Das A und O sein....

'A und O' steht für "Anfang und Ende" oder "Ein und Alles sein".
Schon in der Bibel heißt es in der Offenbarung des Johannes 1;8 »Ich bin das A und O, der Anfang und das Ende, spricht Gott der Herr ...« Schön und gut, aber warum spricht der Herr nicht von A und Z.
 Ganz einfach: Die Bibel wurde nicht in unserer Sprache, sondern in Griechisch verfasst!
Alpha (A) ist der erste Buchstabe des griechischen Alphabets, Omega (O) der letzte!

 Ich kenne meine Pappenheimer....

Jeder kennt diesen Ausspruch, aber eigentlich weiß kaum einer, warum man überhaupt Pappenheimer sagt.
Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim war ein äußerst gebildeter Mensch. Er galt zwar als impulsiv, doch zugleich auch als furchtlos und zuverlässig. Seine Charakterzüge ließen sich leicht mit dem Selbstverständnis der Kürassiere in Einklang bringen.
Die Entschlossenheit seiner Reitertruppen wurde redensartlich festgehalten: "Ich kenne meine Pappenheimer!" Dieser Ausspruch war ursprünglich positiv gemeint. Einer vom Regiment Pappenheim zu sein, stand damals für unbedingten Mut, Treue und Tapferkeit. Heute ist die Bezeichnung "Pappenheimer" eher mit der augenzwinkernden Einsicht in menschliche Unzulänglichkeiten verbunden.
Friedrich Schiller verwendete diesen Satz abgewandelt in seinem Drama "Wallensteins Tod". Er lässt den Feldherrn Wallenstein sagen: "Daran erkenn' ich meine Pappenheimer." Wallenstein sagt dies zu einer Delegation der Pappenheimer Kürassiere, die ihn darüber befragen, ob das im Heer umgehende Gerücht über Verhandlungen mit dem schwedischen Kriegsgegner der Wahrheit entspricht.

 Mit Fug und Recht ...

Also "Recht" kennt jeder, aber was ist "Fug"?
Das Wort „Fug“ kommt aus dem Mittelhochdeutschen. Es wurde ursprünglich "vuoc" geschrieben und bedeutete "etwas, das erlaubt ist". Wir verwenden heute noch andere Wörter, die daraus resultieren. Zum Beispiel "Befugnis“ und „unbefugt". Und etwas, das nicht erlaubt ist, ist "Unfug".

 

 Jemanden auf den Schlips treten ...

Gerade gerückt wird das Bild erst, wenn man sich die Herkunft dieser Wendung anschaut. Sie hat nämlich gar nichts mit einer Krawatte zutun. Als diese Redewendung populär wurde, gab es noch überhaupt keine Krawatten. Der Ausdruck des Schlips-Tretens, im Sinne von jemanden kränken, fußt auf einem anderen Bild. Mit Schlips ist nämlich der Rockzipfel oder der Hemdszipfel gemeint. Bei langen Gehröcken konnte es schon mal passieren, dass man jemanden (aus Versehen) auf den Rockzipfel stieg. Das war natürlich sehr unangenehm. Heute kann das nicht mehr so leicht passieren, die alten Gehröcke sind aus der Mode. Nur noch Pianisten u.Ä.sieht man noch mit einem Frack auf den man treten könnte. 

 Einen Frosch im Hals haben
 
Wenn jemand heiser ist und kaum sprechen kann, dann gibt es im Hals eine kleine Geschwulst, die medizinisch "Ranula" heißt. Wenn man heiser ist, ist manchmal auch die "Ranula" etwas dicker als sonst und entzündet.
Nun gibt es den Begriff "Ranula" aber auch im lateinischen und bedeutet übersetzt soviel wie "Fröschlein". Daraus entstand im Laufe der Zeit die berühmte Redensart, einen Frosch im Hals zu haben, was medizinisch gesehen ja auch richtig ist.

Jemanden auf die Folter spannen

Dass im Mittelalter gefoltert wurde, ist allgemein bekannt. Zuerst wurden dem Gefangenen die grausamen Instrumente gezeigt. Wenn er dann gestand, blieb er verschont. Ansonsten wurde er nach genau festgelegten Regeln "auf die Folter(bank) gespannt". Und so leitet sich die Redewendung ab, denn wer heute noch auf die Folter gespannt wird, der leidet ja auch...
 

  Ewig und drei Tage.....

Wenn man lange auf etwas warten muss, dann sagt man gerne "Da musst du ewig und drei Tage drauf warten!"
Den Begriff gab es schon im Mittelalter. In der mittelalterlichen Rechtsprechung war es üblich, für Fristsetzungen einen bestimmten Zeitraum zu definieren und bis zum endgültigen Ablauf der Frist dann noch einmal drei Tage dazu zu geben – drei Tage, in denen sich vielleicht das Blatt noch wenden konnte, selbst wenn die eigentliche Frist schon "ewig" lang gewesen war.

 Verflixt und zugenäht .....

"Verdammt!" Und wenn es noch schlimmer wird, dann sagen wir: "Verflixt und zugenäht!".
Die Redewendung stammt aus einem Studentenlied, in dem es heißt:
Ich habe eine Liebste, die ist wunderschön,
sie zeigt mir ihre Äpfelchen, da ist's um mich gescheh'n.
Doch als mir meine Liebste der Liebe Frucht gesteht,
da hab' ich meinen Hosenlatz verflucht und zugenäht.


Das schlägt dem Fass den Boden aus....

Was hat dieser sprichwörtliche Ausdruck der Empörung mit einem Fass zu tun? Diese Redewendung stammt aus Bayern. Dort erließ man 1516 ein besonders strenges Reinheitsgebot für Bier, dies zog strenge Kontrollen bei den Bierbauern nach sich.
Schmeckte das Bier bei der Kontrolle nicht vorschriftsmäßig, machte der Kontrolleur kurzen Prozess und schlug dem betreffenden Fass einfach den Boden aus.

Drahtzieher

Der "Drahtzieher" (jemand, der im Hintergrund die Planung für etwas durchführt) hat seinen Ursprung nicht etwa im ehrbaren Handwerk des Drahtherstellers, sondern man meint damit einen Marionettenspieler.
Also jemand, der hinter der Bühne "an den Drähten zieht", damit sich die Puppen nach seinem Willen im Rampenlicht bewegen.

 STOCKdunkel .....

Im Alt- und Mittelhochdeutschen war ein "stok" etwas aus groben Holz, wie ein Baumstumpf, ein Klotz oder auch ein Knüppel. Daher kommen die Zusammensetzungen stockfinster, stockdumm, stockbetrunken, stocksteif, etc.
Stockdumm bedeutete also so viel wie "dumm wie ein Klotz". Auch "verstockt" (nur auf der eigenen Meinung beharren) kommt daher.
"Stockdunkel" würde also "Dunkel wie ein Klotz" bedeuten. Das macht natürlich wenig Sinn, aber im Laufe der Zeit hat sich die Vorsilbe von ihrem Ursprung gelöst und dient als verstärkende Vorsilbe für jeden Zweck.

 Etwas ausbaden müssen

Schon bei Hans Sachs, dem Meistersinger (*1494 †1576) steht, dass es zu seiner Zeit üblich war, dass mehrere Personen nacheinander dasselbe Bad (Badewasser) nutzten. Und natürlich war der letzte Badegast dabei besonders schlecht dran:
Das Wasser war nicht mehr heiß, allenfalls noch warm und einfach nicht mehr so frisch wie beim ersten. Zudem musste der Letzte das Wasser auch noch ausgießen und das Bad säubern. Sozusagen musste der Letzte der Hierarchie ordentlich alles "aus"-baden, was andere vor ihm genossen haben!

 Einen Kater haben....

Wer säuft, der hat am nächsten Tag Kopfweh und es geht einem allgemein schlecht. Wer so die Folgen eines starken Rausches spürt, der jammert gerne. Der "Kater" ist hier die Verkürzung von "Katzenjammer", was eigentlich "Kotzenjammer" hieß und die Nachwirkung durchzechter Nächte besser charakterisierte.
In einer anderen Theorie kommt der Begriff "Kater" von Katarrh. Dies bezeichnet in der Medizin eine Entzündung der Schleimhäute und Atemwege, von griechisch katarrhein = runterfließen.

 Das hast du dir selbst eingebrockt.....

Daran bist du selbst Schuld; eine Redewendung, die wir nicht gerne hören.
Ihren Ursprung hat sie in einem kulinarischen Ritual: Einfache Leute aßen häufig Suppe - dazu Brot. Die Suppe teilte oft einer für alle aus - das Brot aber brockte - heute würde man sagen, bröckelte - sich jeder selbst in seine Suppe, direkt vor dem Essen. Jeder richtete sich also selbst seine Suppe mit Brot an, die er dann auch selbst aufaß.

 Schwedische Gardinen

Schwedische Gardinen ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Gefängnis oder Zuchthaus. Aber was hat das Gefängnis mit den Schweden zu tun?
Laut Duden hat die Bezeichnung sogar sehr viel mit den Schweden zu tun, denn mit den Gardinen sind die Eisenstangen gemeint, welche das Zellenfenster vergittern. Und diese Eisenstangen wurden aus schwedischen Stahl gefertigt, dem eine gute Qualität nachgesagt wurde.
Und weil während des 30-jährigen Krieges eine fast 200 Jahre andauernde schwedische Herrschaft über Teile Pommerns begann und man während dieser Besatzungszeit sehr schnell im Gefängnis landete, wurde der Begriff immer mehr verinnerlicht.
 

"Igitt"

Es ist interessant, dass wir "Oh Gott" sagen, wenn wir "igitt" meinen. Früher wollte man den Namen Gottes nicht direkt aussprechen in einer ekligen, schlimmen Situation bzw. in Zusammenhang mit Missfallen. Deshalb wurde es abgewandelt und es hat sich daraus "Igitt" gebildet. 

Da liegt der Hase im Pfeffer ....

Man sagt "Da liegt der Hase im Pfeffer", wenn man auf die wahre Ursache oder den entscheidenden Punkt hinweisen will. Aber was hat der Hase mit Pfeffer zu tun?
Wenn der sprichwörtliche Hase im Pfeffer ist, dann ist er leider mausetot. Dann nämlich ist er eine kulinarische Delikatesse, die vor allem im Mittelalter beliebt war. Mit Pfeffer verfeinerte man vor allem Fleischspeisen. Der Hase im Pfeffer ist also ein Hasenbraten, der in einer kräftigen Pfeffersoße zubereitet wird.
Zur Redewendung kam es wahrscheinlich, durch einen Ausspruch des Satirikers Moscherosch, der im 17. Jahrhundert gelebt hat: "Keiner aber weiß, wo der Haas im Pfeffer ligt, als der ihn angericht oder helfe essen."
Wer also nicht weiß, wo der Hase im Pfeffer liegt, der weiß auch nicht, wo der Braten steht. Und somit bekommt er auch nichts Leckeres zu essen. Ganz geklärt ist das aber nicht. Da man auf einen entscheidenden Punkt hinweisen will, könnte es auch sein, dass der Hase im Pfeffer (der Pfeffersoße) als Vergleich herangezogen wurde, weil er der wichtigste Bestandteil des Essen war.
 

 Kalte Füße bekommen....

Wenn sich jemand etwas vorgenommen hat und es dann doch nicht umsetzt, weil ihm nicht wohl bei der Sache ist, dann spricht man davon, dass er kalte Füße bekommt. Aber was hat ein Rückzieher mit kalten Füßen zu tun?
Der Ursprung dieser Redewendungen kommt aus England und zwar aus der Welt des Glücksspiels. Weil das Kartenspielen um Geld früher verboten war, zogen sich die Glücksspieler in (damals nicht wirklich angenehme oder gar beheizbare) Keller zurück. Wenn man hier zusammen beim Kartenspiel gesessen hat und jemandem bei zu hohem Einsatz das ganze Spiel zu riskant wurde, so kam er mit der Ausrede, er müsse sich die Füße vertreten weil diese ihm kalt geworden sind. Somit konnte er sich seinen Gewinn sichern ohne nicht noch mal spielen zu müssen. Und so wurde der Ausdruck "Kalte Füße bekommen" im Laufe der Zeit zu einer Redensart, wenn man sich aus einer unangenehmen Situation davon stehlen wollte.

 Jemandem etwas vom Pferd erzählen ....

Einst belagerten die Griechen Troja, um Truppen in die belagerte Stadt einzuschleusen bauten sie das berühmte Trojanische Pferd, in dessen hohlem Körper sich Soldaten versteckten. Die Trojaner waren sich nicht ganz einig, was sie mit dem Gaul tun sollten.
Dann fanden sie einen Mann, der dem König vorgeführt wurde. Der erzählte, Odysseus habe ihn als Opfer zurückgelassen. Dieser Mann war aber nicht als Opfer zurückgelassen worden, sondern genau dafür gedacht, den Trojanern "vom Pferd zu erzählen". Er tischte ihnen also eine dreiste Lüge auf, dass das Pferd ein Opfergeschenk an die Göttin Athene sein sollte und die gutgläubigen Trojaner schafften das Holzpferd in die Stadt. Der Rest ist Geschichte.
Seitdem lässt man sich nicht mehr so unbedarft vom Pferd erzählen.

 Maulaffen feilhalten....

Maul und Affe - was liegt da näher als an die Primaten zu denken, die mit offenem Mund dumm glotzen?
Aber weit gefehlt: es hat etwas mit der Hausbeleuchtung zu tun!
Früher nutze man Kienspäne (das sind vierkantig oder flach geschnittene Holzstücke), um die Wohnung notdürftig zu erhellen. Da dieses Holzstück irgendwo befestigt werden musste, hat man aus Ton einen Kopf gefertigt, der in seinem weit geöffnetem Mund das Holzstück hielt. Diese Spanhalter sind seit dem 13. Jhd. in Österreich als "Maulauf" nachweisbar. Später wurden die Dinger aus Eisen hergestellt und hatten auch eine andere Form, der Name aber blieb.

  
 Muckefuck

Dass es sich um einen Kaffeeersatz handelt, weiß wohl jeder, aber woher kommt das Wort?
Es kommt aus dem französischen: mocca faux = falscher Kaffee
Wobei er heutzutage, wenn überhaupt noch, verwendet wird, wenn es sich um einen ganz schrecklichen "Blümchenkaffe" handelt, der so genannt wird, weil früher oft die Tassen Blumenmuster am Boden hatten und die konnte man durch das seichte Gebräu erkennen.

 Ab durch die Mitte ...

Wer ab durch die Mitte geht, der verdrückt sich nicht zur Seite, sondern macht einen selbstbewußten Abgang.

Genau so war es auch im Theater; dort bekamen Schauspieler Anweisungen, wie sie nach einer Szene die Bühne zu verlassen hatten. Nebenfiguren gingen eher "ab nach links" oder "ab nach rechts", aber der Held schritt nach einer starken Szene meistens "ab durch die Mitte" von der Bühne.


Eine Gardinenpredigt halten


Eine Gardinenpredigt gehalten bekommen bedeutet eine Lektion oder Zurechtweisung erhalten. Aber mit Gardine ist hier aber nicht die Gardine am Fenster gemeint, sondern eine Wohndekoration in den Schlafzimmern vor rund 200 Jahren- nämlich der Bettvorhang!
Aber was ist denn eine Gardinen(- oder Bettvorhang)predigt?

Wenn der Ehemann mal wieder die Nacht zum Tage gemacht hat und angetrunken nach Hause kam, dann lag seine Frau schon im Bett. Wenn sie durch ihn aufwachte, hielt sie ihm eine Strafrede, was man auch als Predigt bezeichnen kann. Da das hinter dem Bettvorhang, der Gardine, vonstatten ging, war das für den Ehemann sozusagen eine Gardinenpredigt
 


Das Geld auf den Kopf hauen


Wenn man sein Geld auf den Kopf haut, lässt man es sich so richtig gut gehen. Schon im Mittelalter hatten die Münzen Kopf und Zahl. Kam die Rechnung, war es üblich, die Zahl nach oben zu legen. So lag die Kopfseite unten. Man hat also das Geldstück auf den Kopf gehauen.


"Baff sein ,,,,"


"Tja, da bist du baff" - sagt man schnell mal, wenn jemand sichtlich überrascht, verwirrt oder sogar sprachlos ist. "Baff" wurde schon im 17. Jahrhundert lautmalend für einen lauten Knall oder Schuss verwendet - ein Geräusch eben, das einen "Baff" macht. Da die Reaktion auf so ein lautes Geräusch meist Erschrecken und Sprachlosigkeit ist, wurde "baff sein" übertragend für diese Reaktion verwendet und hat sich bis heute gehalten – auch wenn zum Glück nur noch selten jemand in die Luft schießt um sich Gehör zu verschaffen!


Etwas in die Schuhe schieben ....


Wenn man jemandem etwas "in die Schuhe schiebt", dann gibt man jemand die Schuld für etwas, das er gar nicht getan hat.
Die Redensart wird zurückgeführt auf die fahrenden Gesellen. Wenn sie etwas gestohlen hatten und eine Durchsuchung drohte, legten sie das Diebesgut im gemeinsamen Quartier einfach einem anderen Gesellen in die Schuhe, um so den Verdacht von sich abzulenken. Niemand konnte Ihnen etwas beweisen, sie hatten die Tat jemandem anderen in die Schuhe geschoben!


Ins Gras beißen...


Das ist eine traurige Geschichte, denn die Redewendung heißt ja, dass jemand stirbt. Tatsächlich konnte man früher so wie heute Menschen in Kriegszeiten sehen, die "ins Gras gebissen" haben. Und zwar vor Schmerz, meistens bevor man stirbt. Wenn der Schmerz so groß ist, dann verkrampft sich alles. Die Hände werden zu Fäusten und auch der Kiefer will einfach nur beißen. Wann genau die Redewendung entstand, ist nicht sicher. Vermutlich geht die Redewendung sogar schon auf das Mittelalter zurück.


Haare auf den Zähnen


Wenn man "Haare auf den Zähnen" hat, dann ist mit einem nicht zu spaßen. Man gilt dann als besonders durchsetzungskräftig.
Und was hat das mit Haaren auf etwas zu tun, wo niemals Haare wachsen?
Starke Körperbehaarung wurde früher mit männlichen Tugenden wie Mut und Tapferkeit gleichgesetzt. Unbehaarte Männer gelten seit jeher als unmännlich. Wenn man also viele Haare hat, dann ist man besonders stark und durchsetzungskräftig!
Und das jetzt noch zu steigern, sind die ganz besonders Durchsetzungskräftigen sogar auf den Zähnen behaart.
Die Redensart ist schon seit dem Mittelalter belegt.


Das Handtuch werfen....


Die Redewendung "Das Handtuch werfen" stammt aus dem Faustkampf. Wenn ein Boxer zu viel einsteckt, sollte sein Sekundant das Handtuch werfen - und zwar rechtzeitig, um ihn zu schützen. So wurde die Geste des geworfenen Handtuchs in den zwanziger Jahren zum offiziellen Zeichen zur sportlichen Aufgabe.


Warum "blechen" wir, wenn wir was zahlen?


Ein anderes Wort für Zahlen ist auch "blechen". Der Ausdruck stammt aus den frühen Zeiten des Münzwesens. Damals war das Geld noch nicht gestanzt, wie wir das heute tun, sondern es wurde aus einer Edelmetallplatte herausgeschnitten werden. Zu diesen Platten sagte man auch Blech oder Silberblech. So bürgerte sich mit der Zeit das Wort blechen ein, wenn man mit Münzen zahlte.


Jemanden übers Ohr hauen....


Warum haue ich denn jemanden übers Ohr, wenn ich ihn betrüge? Diese Redensart stammt ursprünglich aus der Fechtsprache. Wenn dem Gegner mit einem gezielten Hieb übers Ohr geschlagen wird, ist der Fechter besonders trickreich. Denn der Fechter weicht dem Hieb des Angreifers aus und versetzt ihm gleichzeitig einen vernichtenden Schlag übers Ohr. Diese plötzliche und trickreiche Wendung führt schließlich zum Sieg.
So einen Sieg empfand nicht jeder Verlierer als wirklich fair und so wurde aus dem "übers Ohr hauen" die Bedeutung des "Betrügens".


Sich verzetteln ....
Der Ausdruck stammt aus der Sprache der Weber.
Damals hieß es noch: Man sieht vor lauter Fäden das Gewebe nicht mehr. In der Weberei bedeutet “Zettlen” soviel wie: ein Tuch zu weben beginnen.
Um anzufangen können (daher kommt auch der Begriff anzetteln), musste der Weber zuerst seine Fäden, die er für die Arbeit brauchte, verteilen. Diese gleichmäßig verzettelten Fäden nannte man den Zettel und die Spule. Von der Spule wurden die Fäden beim Weben nach und nach abgewickelt.
Der nächste Schritt des Wortes war die Bildung des Iterativ, dies bedeutet, dass eine Handlung (in unserem Fall das Verzetteln), ständig wiederholt wird. Hier meint man, das der Weber ständig mit dem Grundelement, den Fäden, statt mit dem weben hantierte.
Wer sich also verzettelte, verlor sich demnach in Kleinigkeiten, ohne den Blick auf das Ganze.
Neben dem Zettel des Webers, gibt es auch das kleine Stück Papier, dass man in praktisch jedem Haushalt findet. Im lateinischen nannte man den Zettel „cedula“, daraus wurde zunächst „zedele“, dann „zetel“ und schließlich der uns bekannte „Zettel“.
Daraus entstand später sinnbildlich nutzlos ausbreiten “sich verzetteln”.


Krokodilstränen
Krokodilstränen weint man, wenn man Trauer oder Mitleid nur vorspielt. Aber warum sagt man Krokodilstränen dazu?
Es kommt tatsächlich von den Krokodilen! Denn Krokodilen lassen Tränen fließen, wenn sie ihre Opfer fressen. Aber das kommt weder von der großen Freude endlich was im Maul zu haben, noch hat es was mit Mitleid zu tun. Nein, es ist die Anatomie des Tieres. Beim Öffnen des Mauls, drückt nämlich der Unterkiefer auf die Tränendrüse und die "Krokodilstränen" fließen.


Das geht auf keine Kuhhaut ...


Wie so oft kommt auch diese Redewendung aus dem Mittelalter. Damals gingen die Menschen fest davon aus, dass der Teufel ihre Sünden aufschreibt um am Todestag die Sünden vorrechnen zu können und die Seele für sein Reich einzuverleiben. Und der Teufel hat das nicht irgendwo hingeschrieben, sondern er hat dafür Tierhäute benutzt. Im Normalfall reichten dem Teufel Schaf- oder Kälberhäute. Hatte man es aber mit Bösewichten und Gesindel zu tun, so reichte dem Teufel die Haut nicht mehr aus und er musste auf Kuhhäute ausweichen. Wurden selbst die zu klein, war der Mensch ein echter Schurke. Zu viele Sünden gingen "auf keine Kuhhaut".


Spinatwachtel
Der Begriff Spinatwachtel bezeichnet im deutschen Sprachgebrauch entweder die Spinatwachtel (Vogel, der gegrillt gut sein soll) oder eine alte Frau, die sich durch ihren extrem schmalen Körperbau oder ihre „Schrulligkeit“ auszeichnet.
Dieser Begriff stammt wahrscheinlich aus dem süddeutschen und geht auf „spinnete (= verrückt, (spindel-)dürr) Wachtel“ zurück. Die Wachtel als Sinnbild der quäkenden Eigenbrötlerin dichtete man als „verstärkendes Element" einfach noch hinzu.


Warten bis du schwarz wirst ....

Wer das zu hören bekommt weiß dass der andere nie gewillt ist aufzugeben. Denn mit dem "Schwarzwerden" ist das Verfaulen eines Leichnams nach dem Tod gemeint.


Ein Schnorrer sein ....

"Schnorre" ist ein jiddisches Wort für Schnarre oder Ratsche, ein Instrument das früher viele Bettelmusikanten benutzten. Dies waren aber eher selten Musiker, die ihr Geld mit schöner Musik verdienten, sondern sie benutzten vielmehr ihre lärmenden Schnorren um die Eindringlichkeit ihres Bettelns zu unterstreichen. Da Menschen mit Schnorren also fast immer Bettler waren, wurde "schnorren" zum Synonym für betteln.


Nicht alle Tassen im Schrank haben...


Mit der Tasse als Trinkgefäß hat diese Redewendung nichts zu tun. Das Wort "Tassen" aus der Redewendung stammt vom hebräischen Wort "Toshia" ab. Das bedeutet "Verstand", aber auch "Umsicht" und "Klugheit". Wenn man sagt: "Du hast nicht alle Tassen im Schrank", heißt das, dass der Verstand nicht in Ordnung ist, dass ihm etwas fehlt. Räumlich wird der Verstand dem Gehirn zugeordnet; der Schrank steht also für den Kopf.
Auch der Ausdruck "trübe Tasse" steht für einen Menschen, der "nicht viel auf dem Kasten" hat. Gleichbedeutend ist die Redewendung "einen Sprung in der Schüssel haben".


Aus dem Ärmel schütteln...


Wenn jemand etwas aus dem Ärmel schüttelt, dann fällt einem eine Aufgabe leicht, man kann sie schnell erledigen, oder man hat relativ schnell eine Lösung für ein Problem bereit. Wie so vieles hat dieses Sprichwort seinen Ursprung im Mittelalter. Jeder, der schon mal auf einem Mittelaltermarkt war kennt das: lange, weit ausgeschnittene Ärmel. Dort drin haben früher die Menschen z. B. Geld hinein gelegt. In manchen Mönchskulturen der Welt ist das heute sogar noch üblich: In den Roben lassen sich prima kleine Dinge verstauen – ganz ohne Handtasche.


Mir ist etwas nicht geheuer ...

Im Mittelhochdeutschen gab es das Wort "geheuer" noch; es hatte ein ähnliche Bedeutung wie heimelich oder behaglich. Geheuer war es dort, wo man sich zuhause fühlte und sich unbesorgt entspannen konnte. Nicht geheuer oder ungeheuer war also alles, was dieses Gefühl zerstörte und einen unsicher, nervös oder ängstlich machte.


Da beißt die Maus keinen Faden ab...
Die deutschen Sprachwissenschaften nennen zwei Möglichkeiten, woher diese Redewendung kommen könnte.
Die erste Variante stammt von den früheren Aufbauten der Mausefallen. So buddelte man "Fallen" in die Erde auf dem Feld ein, die durch einen Faden ausgelöst werden konnten. Die Mäuse fraßen dann die Fäden an um an den dahinterliegenden Köder zu kommen und wurde mit der in der Falle enthaltenen Drahtschlinge getötet.
Der zweite Ursprung liegt ebenfalls in der Landwirtschaft, aber diesmal im häuslichen Gebrauch. Nach dem bäuerlichen Kalender ist am 17. März Frühlingsanfang (Gertrudentag). Dies war früher die Zeit um die winterlichen Arbeiten (für die Frauen das Spinnen) niederzulegen und die Feldarbeit zu beginnen. Wer nach diesem Tag immer noch mit dem Spinnen beschäftigt war, dem wurde dem Glauben nach der Flachs von den Mäusen zerfressen oder sozusagen "der Faden abgebissen." Daher stammt auch die Darstellung der heiligen Gertrud mit Spindel und Maus. Die heilige Gertrude wurde oft mit ein oder mehreren Mäusen abgebildet, die an ihrer Spindel hinaufklettern. Die Redewendung war wahrscheinlich schon vor 1400 gebräuchlich.


Auge um Auge, Zahn um Zahn...


Diese Maxime gilt allgemein als primitiv, kindisch, antiquiert und brutal. Sie scheint wohl nur tauglich als Strickmuster für Brutalo- und Action-Filme der Marke Rambo. Aber diese Redewendung stammt aus dem 2. Buch Mose. Die Bibel will nämlich – ganz im Gegenteil – die Vergeltungssucht der damaligen Menschen bremsen. Bei Mord soll nicht gleich die komplette Familie des Mörders dran glauben müssen.
Gerade hat Moses die Zehn Gebote von Gott empfangen, da präsentiert die Bibel postwendend eine Art Langfassung. Ein Gesetzesbuch, das haarklein alle möglichen Konfliktfälle der früheren Ackerbauern regelt, vom Diebstahl bis zu sexuellen Verfehlungen. Bei Körperverletzung werden auch Entschädigungszahlungen vorgeschrieben. Erst danach heisst es in Kapitel 21: "Entsteht ein dauernder Schaden, so sollst du geben Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuss um Fuss, Brandmal um Brandmal."


Jemand hinters Licht führen ..

Krumme Geschäfte macht man am besten nicht dort, wo sie alle sehen können. Betrüger versuchen daher ihre Opfer ins Abseits zu führen, in dunkle Ecken etwa, wo man nicht so gut erkennen kann, ob ein Geldschein falsch oder die Ware nicht einwandfrei ist. Man führt also jemand aus dem Hellen heraus hinter das Licht!


Einen Vogel haben ....

Das ist zwar eine seltsame Vorstellung, aber die Redewendung "der hat doch einen Vogel" wird oft benutzt, wenn Menschen etwas Dummes erzählt oder getan haben. Früher wurde dieser Ausspruch jedoch nur zu geisteskranken Menschen gesagt. Denn früher glaubte man tatsächlich, dass bei psychisch Kranken ein Vogel samt Vogelnest unter der Schädeldecke sitzen würde und dort munter vor sich hinpiept. Auch die Redewendung "Bei dir piept es wohl!" hat diesen Ursprung.


Kinkerlitzchen


Kinkerlitzchen sind Nichtigkeiten, die wir nicht allzu ernst nehmen sollten. Der Begriff stammt von dem französischem Wort "la quincaillerie" ab, was Eisenwaren bzw. Kurzwaren bedeutet. Als im 17. Jahrhundert zehntausende von protestantischen Hugenotten in deutschen Landen Zuflucht suchten, brachten sie unter anderem auch dieses schwer aussprechbare Wort mit. Und der Volksmund machte daraus etwas, was auch ihm ohne Mühe über die Lippen kam :-)


Lunte riechen

Wenn die Lunte, früher zum Zünden von Kanonen und einfachen Gewehren gebraucht, angezündet wurde dann konnte man das schon riechen. Vor allem Tiere, die eine bessere Nase als Menschen haben, merkten so dass ihnen Gefahr drohte und konnten sich in Sicherheit bringen bevor der Schuß losging!


Treulose Tomate


Eigentlich ist die Tomate ja etwas leckeres, aber die Tomate steht auch Pate für eine Redewendung, die einen besonders treulosen Menschen bezeichnet.
Der Spruch "Treulose Tomate" ist ein altes Schimpfwort der Deutschen für die angeblich so untreuen Italiener. Sozusagen zwei Vorurteile in einem: dauerndes Tomatenessen und unermüdliches Interesse am weiblichen Geschlecht.


Torschlusspanik


Der Ausdruck stammt aus dem Mittelalter, als die Städte abends noch verriegelt wurden um vor Angreifern sicher zu sein. Wer nach "Torschluss" noch spät in eine Stadt hinein wollte, musste einen "Torgroschen" zahlen. Aus Angst zu spät zu kommen und bezahlen zu müssen, litten viele Menschen unter "Torschlusspanik".


Unter aller Sau ...
Wie so viele Redewendungen kommt auch dieser Ausdruck "unter aller Sau" aus dem Jiddischen. Der Begriff "Sau" wurde aus dem jiddischen Wort "Seo" abgeleitet. Ursprünglich hieß die Redwendung nämlich "unter aller Seo". "Seo" ist das jiddische Wort für "Maßstab". Also heißt "unter aller Sau" eigentlich "unter allem Maßstab" und somit wird der Ausdruck heute noch mit gleicher Bedeutung ausgesprochen wie damals...


Die Gelegenheit beim Schopfe packen

Das geht zurück auf den griechischen Gott Kairos, jüngster Sohn des Zeus. Er wurde in Olympia kultisch verehrt.
Kairos war nur vorne mit einer Haartolle ausgestattet und hatte hinten eine Glatze. Außerdem war er mit Laufschuhen bekleidet und hatte Sporne an den Füssen, damit er schneller weg sein und man ihn nicht noch einholen konnte.
An jenem Haarschopf konnte man also den Gott Kairos bzw. "den günstigen Augenblick" gut fassen, worauf unsere Redewendung "Die Gelegenheit beim Schopf packen" zurückgeht.


Unter den Nägeln brennen ...

Die Redensart ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt (Gerlingius) und kommt in ähnlicher Form auch im Ungarischen und Russischen vor. Zur Herkunftserklärung im Deutschen existieren im wesentlichen zwei Deutungsansätze:

Gemäß den ältesten Belegen (Gerlingius 1649, Celander 1718), die vom Herabbrennen einer Kerze oder eines Lichts „auf den Nagel“ sprechen, wird diese Redewendung aus der Alltagserfahrung abgeleitet, dass die Hitze eines mit den Fingern gehaltenen brennenden Gegenstandes die Fingerspitzen erreicht. Diese Erklärungsweise wird zuweilen auch mit der Vorstellung verknüpft, dass es eine Gewohnheit von Mönchen gewesen sei, „bei der Frühmette zum Lesen im Dunkeln kleine Wachskerzen auf die Daumennägel“ zu kleben. Alternativ soll die Folterpraxis, glühende Kohlestückchen auf die Fingerspitzen zu legen, den Anlass zur Entstehung der Redensart gegeben haben.


"Scharlatan"
Einem Scharlatan sollte man nicht trauen: Er behauptet, bestimmte Fähigkeiten zu besitzen, und belegt dies auch wortreich – mit der Wahrheit nimmt er es dabei aber nicht so genau. Seit das Wort im 17. Jahrhundert in die deutsche Sprache kam, hat sich seine Bedeutung kaum verändert, schon damals benutzte man es für Schwindler, Schwätzer und Quacksalber. Hinter dem Ausdruck stecken die Einwohner der italienischen Stadt Cerreto die Spoleto: diese "cerretani" schlugen sich einst mit dem Verkauf von Heilmitteln durch und auf das Beschwatzen ("ciarlare") verstanden sie sich dabei so gut, dass aus dem "cerretani" bald die "ciarlatani" wurden.


 Gepfeffert und gesalzen ...
Wenn man eine Rechnung erhält, dann wird man sich in aller Regel nicht darüber freuen. Wahrsscheinlich verziehst man eher das Gesicht, so wie man das tut, wenn man zuviel von Salz oder Pfeffer erwischt hat. So haben das zumindest unsere Vorfahren gesehen.
Zudem kommt es aber auch daher, dass diese Gewürze früher sehr waren !


Bei jemandem einen Stein im Brett haben .....

Ein sehr altes Brettspiel, nämlich das das "Puffspiel" oder auch "Tricktrack" genannte Spiel ist Ursprung der Redensart. In diesem Spiel hat derjenige einen guten Stein im Brett, der zwei nebeneinander liegende Felder mit seinen Steinen belegt hält, da er dem Mitspieler das Gewinnen erschwert. So wie dieser zweite Stein ist ein guter Freund, der einem zur Seite steht. Und der wurde schon damals metaphorisch "als guter Stein im Brett" bezeichnet. Beleg ist das das erste Mal in Joh. Agricolas "Sprichwörtersammlung" von 1529. "Ich hab eyn guten steyn im brette".


Eselsbrücke
Esel weigern sich normalerweise beharrlich, auch kleinste Wasserläufe zu durchwaten. Daher baute man oft kleine Brücken, um mit den Lasttieren doch ans Ziel zu kommen. Eine Eselsbrücke ist also ein kleiner Umweg, der ans Ziel führt.


Einen Bock schiessen
"Da hast du aber einen Bock geschossen!" sagen wir zu jemandem, der einen groben Fehler begangen oder eine Dummheit gemacht hat. Oder mit etwas völlig daneben liegt.
Wer einen Bock geschossen hat, der hat also alles andere als einen Volltreffer gelandet! Aber ursprünglich hatte derjenige, der "einen Bock geschossen hat", immerhin auch tatsächlich geschossen, aber nicht besonders gut.
Diese Redensart ist nämlich im 15. Jahrhundert bei Schützenvereinen entstanden. So war es damals bei Schützenfesten Brauch, dem schlechtesten Schützen einen (Ziegen-)Bock als Scherz- und Trostpreis zu überreichen. Also hatte immer der schlechteste Schütze "einen Bock geschossen". Nicht der Jagderfolg – sondern im Gegenteil – das schlechte Können eines Schützen machte ihn zum Besitzer eines Bockes.
Diese Gleichsetzung von Bock mit Fehler schimmert auch durch bei "etwas verbocken" oder "Bockmist bauen". Ebenso wird in der Schützensprache ein Fehlschuss noch immer als "Bock" bezeichnet.


Etwas für einen Apfel und ein Ei (ver)kaufen
Diese Redewendung kommt aus dem niederdeutschen Dialekt, wo es ursprünglich hiess "etwas für’n Appel und ‘n Ei kaufen". Aber seit wann kann man mit Äpfeln und Eiern bezahlen?
Sind Gegenstände in großen Mengen vorhanden, kosten sie meist nicht viel. Auf einem Bauernhof gibt es zum Beispiel viele Lebensmittel - wie Äpfel und Eier. Weil der Bauer davon ziemlich viele hat, kann er sie für einen geringen Preis verkaufen. Darum sagt man, wenn es irgendwo günstige Angebote gibt, dass sie für einen Apfel und ein Ei zu kaufen seien.
Das bedeutet folglich ganz einfach: etwas für wenig Geld – also spottbillig - kaufen – oder auch: ein Schnäppchen machen.


"Dich hat man wohl mit dem Klammerbeutel gepudert!"
Der Begriff ist erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgekommen. Damals hat man sich mit einer Puderquaste gepudert. Das ist ein kleines, mit Puder gefülltes Säckchen. Wenn man nun anstatt der Puderquaste mit einem Beutel für Wäscheklammern "gepudert" wurde (eigentlich geschlagen wurde), dann wird man wohl durch die Schläge auf den Kopf einen geistigen Defekt davongetragen haben, so die Vorstellung.
"Dich hat man wohl mit dem Klammerbeutel gepudert" bedeutet heute also "du bist wohl nicht ganz bei Verstand"!


Viel Feind, viel Ehr ....
Dieses Sprichwort ist noch ein Überbleibsel aus der Ritterzeit. Je mehr Feinde du im Kampf getötet hattest, desto angesehener warst du als Ritter.
Diesen Ausspruch "Viel Feind viel Ehr" tat der wohl bekannteste deutsche Landsknechtsführer Georg von Frundsberg am 7. Oktober 1513. Er war damals nach Italien gezogen, wo er gegen ein zahlenmässig vierfach überlegenes Heer aus Venedig kämpfte und vernichtend besiegte. Anschliessend verteidigte er Verona auch noch gegen die Franzosen. Von daher stammt sein bis heute viel zitierter Wahlspruch: "Viel Feind viel Ehr".


Da kräht kein Hahn danach....
Dass der Gockel eine Spitzenposition in der Kirche hat, sollte niemanden wundern. Schließlich thront das Federvieh schon seit dem Mittelalter auf den Türmen vieler christlicher Kirchen. Danach kräht heute kein Hahn mehr – das heißt: es interessiert nicht, es erregt kein Aufsehen, es erscheint den meisten bedeutungslos.
Der Vogel selber dürfte das vielleicht anders sehen. Schließlich hat seine Stimmkraft ihn erst nach oben befördert. Denn im Neuen Testament hat der Hahn nämlich Laut gegeben: "Wahrlich, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen" (Matthäus 26,34). Das kündigt Jesus kurz vor seiner Gefangennahme Petrus an, der ihm gerade die Treue versichert hatte.
Dann kommt, was kommen muss. Der Menschensohn wird seinen Häschern übergeben, worauf sein Jünger tatsächlich abstreitet, mit ihm je etwas zu tun zu haben. "Und gleich darauf krähte der Hahn. Da erinnerte Petrus sich an das Wort Jesu, der zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich." (Matthäus 26, 74-75)
Diese Redewendung stammt also aus dem Matthäusevangelium der Bibel. Seitdem erinnert der Hahn die Christen nicht nur an diese Szene, sondern mahnt zu Treue, Umkehr und Wachsamkeit.


Zankapfel
Der Begriff Zankapfel beschreibt umgangssprachlich den Kern eines strittigen Themas, den zentralen Punkt der Auseinandersetzung, also ein Streitobjekt.
Zu seinem Namen kam er durch die griechisch Mythologie:
Weil Eris (die Göttin der Zwietracht) zur Hochzeit von Peleus und Thetis nicht eingeladen worden war, warf sie einen Apfel unter die Gäste, der die Aufschrift trug: "Der Schönsten". Anwesend waren auch die 3 Göttinnen: Hera, Athene und Aphrodite. Wie eitle Frauen halt so sind stritten sie heftig um den Titel, die schönste der Frauen zu sein. Ein trojanischer Königssohn namens Paris sollte den Streit entscheiden. Er tat es und wählte Aphrodite, die ihm dafür die Zuneigung der Helena versprach und auch verschaffte. Dies löste den Trojanischen Krieg und den Fall Trojas aus.


Schlampe....
Etymologisch geht das Wort Schlampe zurück auf den Begriff für ein loses, weites (ergo: bequemes) Gewand mit Schleppe, das von Frauen und Männern [sic!] gleichermaßen getragen wurde. Später wurde das Wort auf die Trägerin bzw. den Träger solcherart Kleidung übertragen. Erst mit der Wandlung des Frauenbildes im 16./17. Jahrhundert wurde Schlampe nur noch für Frauen verwendet und erhielt eine negative Konnotation. Die Schlampe wurde jetzt eine "unordentliche" Frau und außerdem mit der Komponente "sexuell freizügig lebende" versehen.
Witzigerweise tat es das nicht bei dem männlichen Gegenstück, dem "Schlamper", der einfach nur unordentlich ist...


Das sind doch olle Kamellen ... 
Der Ausdruck stammt aus dem Niederdeutschen und bedeutet Kamille. Kamillenblüten sind schon seit sehr langer Zeit für ihre heilende Wirkung bekannt. Werden sie allerdings zu lange gelagert, verlieren die Blüten ihre Heilkraft und werden "oll" (alt). Damit sind die Kamillen nicht mehr nützlich. Eben wie eine alte Information, die man als "olle Kamelle" bekommt.


Warum ist einem etwas "Wurst", wenn es egal ist?
Früher kam alles, was man vom Schwein nicht mehr verwerten konnte, kleingehächselt in die Wurst. Heute ist das ja vielfach auch noch so. Dadurch war alles in der Wurst, was am Schwein egal war. So kann man sich vorstellen, dass bei der Frage, ob etwas wichtig oder unwichtig ist, die Antwort kam: "Das ist so unwichtig, wie das in der Wurst."
Irgendwann war alles Unwichtige Wurst und wenn dann was egal war, dann war es eben "Wurst".


Über den grünen Klee loben ....
Diese Redewendung stammt aus der Zeit in der die Gräber überwiegend oder ausschließlich mit Klee bepflanzt wurden und man über den darunter liegenden nur noch Gutes zu berichten hatte. Wurde der Verstorbene übertrieben gelobt, so wurde er über den grünen Klee gelobt.


Schimpfen wie ein Rohrspatz....
Zuerst klären wir mal, dass der Rohrspatz gar kein Spatz ist. Der Rohrspatz ist eigentlich die Rohrammer (Emberiza schoeniclus), der etwa 13 bis 16 cm lang wird und normalerweise in mittleren bis großen Röhricht- und Schilfflächen von Feuchtgebieten lebt.
Der Gesang der Rohrammern hat Anlass zu der Redensart "schimpfen wie ein Rohrspatz" gegeben, denn wenn sie an erhöhter Stelle - häufig schräg am Halm - mit unvermittelt gespreiztem Schwanz sitzen und ihr stotteriges-kratzend-klapperndes "zja-tit-tai-zi-i" vortragen, dann klingt das so, als wenn sie lauthals schimpfen.


Das ist Jacke wie Hose ....
Heute ist das Jackett und die Hose eines Anzuges aus dem gleichen Stoff gefertigt. Das kam übrigens erst so im 17. Jahrhundert auf, dass man Jacken und Hosen aus einem Stoff schneiderte. Als das in Mode kam, war "Jacke wie Hose" die Bezeichnung der Schneider für diese Neuerung. Denn zwischen beiden Kleidungsstücken bestand, vom Stoff aus gesehen, kein Unterschied mehr - ob Jacke oder Hose, war und ist also völlig egal. Und deshalb sagen wir diese Redewendung, wenn uns etwas egal oder gleichwertig ist.


Es zieht wie Hechtsuppe ...

Wie so vieles in unserer Umgangssprache kommt auch diese Redewendung aus dem Jiddischen. Dort bedeutet "Hech Soppa" soviel wie "starker Wind"! Und aus diesem "Hech Soppa" machte der Volksmund einfach "Hechtsuppe".


Perlen vor die Säue werfen.....
Wenn man wertvolle Dinge an Menschen verschwendet, die sie nicht zu schätzen wissen, dann wirft man Perlen vor die Säue. Die Aussage ist wie so oft biblischen Ursprungs und geht auf Matthäus 7;6 zurück: „Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen nicht vor die Säue werfen...“


Jemandem das Wasser (nicht) reichen können
Gemeint ist, jemanden in Tüchtigkeit und Erfolg (nicht) gleich zu sein. Und wie so oft kommt dieser Ausspruch aus dem Mittelalter; denn im Mittelalter wurde nicht wie heute mit Besteck gegessen, sondern mit den bloßen Fingern.
Weil mit Fingern zu essen immer eine Sauerei ist, wurde vor und nach dem Essen in vornehmeren Häusern eine Schale Wasser gereicht, um den Gästen das Waschen der Finger zu ermöglichen. Das Wasser wurde also von Bediensteten gereicht, und wer an der Essenstafel bedienen durfte, der war schon ein besserer Bediensteter. Wenn man also nicht einmal wert genug ist, das Wasser reichen zu dürfen, dann ist man in der Hierarchie so weit unten angesiedelt, dass "man nicht mal das Wasser reichen kann." Diese übertragene Bedeutung wurde vor allem auch durch das Zitat in Goethes "Faust" bekannt: "Aber ist eine im ganzen Land, / Die meiner trauten Gretel gleicht, / Die meiner Schwester das Wasser reicht?"


Nicht aus den Startlöchern kommen
Eine ganz Zeit lang dachte man, man könnte einen Lauf (bspw. 100m-Lauf, Hürdenlauf, etc.) am besten aus dem Stehen heraus starten. Bis man gemerkt hat, dass es aus der Hocke schneller und bequemer vonstatten ging. Allerdings gab es noch keine Startblöcke, wie wir sie heute von Laufwettbewerben kennen.
Also musste man sich in die Startlöscher selbst aus der (noch aus Sand bestehenden) Bahn buddeln. Der letzte Sportler (einer der letzten), der selber seine Startlöcher buddeln musste, war Jesse Owens bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Da war der Startblock zwar schon erfunden, war aber vom IOC noch nicht zugelassen worden.
Und wenn man sich jetzt, was schon mal vorkam, sich beim Loslaufen in einem seiner Startlöcher verfing, kam man buchstäblich "nicht aus den Startlöchern".


Das spielt keine Rolle ...
Wenn man etwas nicht dringend zurück haben muss, sagt man oft: „Ach, das spielt keine Rolle!“.
Die Redensart stammt noch aus der Zeit, als der Text für Schauspieler im Theater auf Rollen geschrieben wurde. Daher auch der Begriff "Rolle"! Die Schauspieler rollten die Rollen bei den Proben ab und lasen so ihren Text. Stand sehr viel Text auf dem Papier, hatten sie auch sehr große Rollen. Diese Schauspieler waren wichtig und genossen großes Ansehen. Wer wenig oder sogar keine Rolle in den Händen hielt, war wenig bedeutend für das Theaterstück. Darum sagt man heute noch zu unwichtigen Dingen, dass sie keine Rolle spielen.


Alles in Butter ....
Wenn wir heute etwas Zerbrechliches mit der Post verschicken, dann packen wir es in Styroporkügelchen oder ähnliches Verpackungsmaterial.
Im Mittelalter bettete man sehr teuere zerbrechliche Gegenstände zum Transport in Fässer mit flüssiger Butter, die man erhärten ließ. Diese Vorsichtsmaßnahme war zwar aufwendig und teuer, aber unbedingt notwendig, denn mit dem Pferdewagen ging es über Kopf und Stein und gerne purzelte auch mal ein Ladung herunter.
Am Ziel wurde die Butter wieder verflüssigt, das Transportgut konnte unbeschadet entnommen werden.


Etwas abstauben .....
"Abstauben" tut jemand, wenn er sich unerlaubt etwas aneignet oder zum Nutznießer einer Situation wird.
Die Redewendung stammt nicht etwa vom normalen Adjektiv "abstauben", dass einfach der Staub weg ist, sondern sie stammt aus dem Müllerhandwerk.
Früher hatten die Bauern ihr Getreide zum Müller bringen müssen. Es wurde vorher und nachher gewogen. Denn manche Müller steckten einen Teil des Getreides in ihre eigene Tasche, der beim Mahlen in Staub aufging. Wenn die Müller also mal wieder kräftig "abgestaubt" hatten, fühlten sich die Bauern übervorteilt.


Mit Fug und Recht
Das sagt man immer wieder und weiß eigentlich nicht was man da sagt; also "Recht" kennt jeder, aber was ist "Fug"?
Das Wort „Fug“ kommt aus dem Mittelhochdeutschen. Es wurde ursprünglich "vuoc" geschrieben und bedeutete "etwas, das erlaubt ist". Wir verwenden heute noch andere Wörter, die daraus resultieren. Zum Beispiel "Befugnis“ und „unbefugt". Und etwas, das nicht erlaubt ist, ist "Unfug".


Auf den Schlips getreten ....
Diese Redewendung hat gar nichts mit einer Krawatte zu tun. Als diese Redewendung populär wurde, gab es noch überhaupt keine Krawatten. Der Ausdruck des Schlips-Tretens, im Sinne von jemanden kränken, fußt auf einem anderen Bild. Mit Schlips ist nämlich der Rockzipfel oder der Hemdszipfel gemeint. Bei langen Gehröcken konnte es schon mal passieren, dass man jemanden (aus Versehen) auf den Rockzipfel stieg. Das war natürlich sehr unangenehm. Heute kann das nicht mehr so leicht passieren, die alten Gehröcke sind aus der Mode. Nur noch Pianisten u.ä. sieht man noch mit einem Frack auf den man treten könnte. Besser ist es deswegen trotzdem nicht, denn steigt man(n) einer Frau bei einer Abendveranstaltung (z.B. einem schönen Ball) auf den Kleidsaum, fühlt sie sich im besten Fall nur(!) auf den Schlips/das Kleid getreten!


Jemanden auf die Folter spannen...
Dass im Mittelalter gefoltert wurde, ist allgemein bekannt. Zuerst wurden dem Gefangenen die grausamen Instrumente gezeigt. Wenn er dann gestand, blieb er verschont. Ansonsten wurde er nach genau festgelegten Regeln "auf die Folter(bank) gespannt". Und so leitet sich die Redewendung ab, denn wer heute noch auf die Folter gespannt wird, der leidet ja auch...


 

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